Feedback von Schüler/innen einholen

Im Rückblick kann ich beschreiben, dass ich viel durch die Rückmeldungen meinen Schüler*innen gelernt habe.

Im Rahmen meines Unterrichtskonzeptes, hatte ich die Angewohnheit, sowohl die Schüler*innen als auch mich selbst zu Beginn einer Unterrichtssequenz nach Vorerfahrungen und Zielen für die Entwicklung zu fragen. Ich habe diese immer dokumentiert und am Ende der Unternehmung nochmals präsentiert.

Dabei habe ich sehr viel gelernt

  • über meine Schüler*innen
  • über mich
  • über meinen Unterricht und welche Zugänge hilfreicher oder auch weniger waren.

Zunehmend schätzte ich digitale Werkzeuge.

Um zu prüfen, ob wir auf der Spur waren, wertete ich regelmäßig mittels anonymer Fragebögen aus. Digitale Tools schätzte ich, weil sie mich bei der Auswertung und live-Präsentation unterstützten.

Eine einfache und bewährte Form waren drei Fragedurchgänge:

1. Allgemeine Unterrichtsbewertung (skaliert von „0 = keine Übereinstimmung“ bis „10 = vollständige Zustimmung“)

  • Ich habe meine Ziele für den Unterricht erreicht.
  • Die Atmosphäre im Unterricht war angenehm.
  • Es gab genug Abwechslung.
  • Es gab genug Diskussion.
  • Der Lehrer gibt hilfreiche Rückmeldungen.
  • Er bewertet nachvollziehbar und fair.
  • Ich habe etwas für mich persönlich gelernt.

2. Was ich – als Schüler*n – besser machen kann: …

3. Was der Lehrer besser machen kann: …

Das Ende eines Themas oder eines Schuljahres sind günstig.

Das Ende einer Unterrichtssequenz oder eines Schuljahres sind günstige Zeiten, sich von Lerngruppen eine Rückmeldung einzuholen. (In der sozialwissenschaftlichen Fachsprache werden solche Rückmeldungen als „Feedback“ bezeichnet.)

Anonymität hilft der Wahrheitsfindung.

Im Gegensatz zu den Empfehlungen für ein persönliches Feedback halte ich beim Feedback in der Schüler-Lehrer-Beziehung Anonymität für sinnvoll. So kann schon die Idee, eine Rückmeldung hätte (langfristig) Auswirkungen auf die Leistungsnoten, im Keim umgangen werden.

Formalisierte Fragebögen ermöglichen bei wiederholter Anwendung die Einordnung.

Durch die mehrmalige Verwendung formalisierter Fragebogen-Formen kann die Lehrkraft im Laufe der Jahre zwischen Gruppen und Konzepten vergleichen und so die Rückmeldungen der Schüler/innen-Gruppen besser einordnen.

Selbstverständlich habe ich die Auswertung mit den Gruppen besprochen.

Dabei wurde nochmals die eine oder andere Äußerung verständlicher oder auch vertiefter verstanden.
Das digitale Vorgehen hat den Charme, dass die Auswertung nach Ende der Auswertung im Unterrichtsraum projiziert werden kann.

Vorschläge können hier auf Ihren Rechner heruntergeladen werden:

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ursprünglich entwickelt im Juni 2008;
zuletzt überarbeitet am 6. Oktober 2025       Drucke diesen Beitrag Drucke diesen Beitrag

Anleitung (eines Praktikums oder Referendariats) als Selbst-Reflexion

AutorMichael Veeser-DombrowskiHinterlasse einen KommentarBearbeiten

In vielen sozialen Berufen gehört die Einführung von Neulingen in die Profession selbstverständlich zum Berufsbild.

Ein Praktikum ist Gelegenheit für Einblicke und erste Probe-Handlungen im neuen, beruflichen Umfeld.

Ein Referendariat ist darüber hinaus Gelegenheit, langsam in die Berufsrolle hineinzuwachsen und dabei unterstützt zu werden.

Dabei gewinnen nicht nur die Praktikantin / der Praktikant oder die Referendarin / der Referendar:
Auch die Anleitenden können sich ihrer Rolle versichern und neue Einsichten entdecken.
In dem ich die Rahmenbedingungen und wesentlichen Aspekte meiner Berufsrolle kurz darstelle, werde ich mir dieser wieder bewusst oder bewusster.
Ich selbst formuliere aktuell meine Freude an Kontakt mit vielen Menschen und die Lust, ihnen Lerngelegenheiten zu geben.

Beispielsweise – hier am Berufsbild des Allgemeinbildners in den beruflichen Schulen – meine aktuelle Stichwort-Liste:

  • Grundsätzlich muss ich organisieren, dass ich zum vereinbarten Zeitpunkt mit den nötigen Informationen am vereinbarten Ort bin (Selbstorganisation).
  • Mein Ziel ist, Lernprozesse bei den Schülerinnen/Schülern anzuregen und zu begleiten (Dazu gehören Information, Instruktion und möglichst vielfältige Lernaktivitäten der Schülerinnen/Schüler.)
  • Unterricht definiere ich als zielgerichtetes und bewusstes Handeln der Lehrkraft und der Schülerinnen/Schüler.
  • Unterricht wird geplant und vorbereitet (sinnvolle Archivierung von geleisteten Vorbereitungen).
  • Die Lehrkraft steuert soziale Prozesse, reguliert und bewertet. Dazu bedarf es auch der Absprachen (siehe nächster Punkt).
  • Nach meiner Vorstellung kooperieren Lehrkräfte mit Kolleg/innen, Ausbilder/innen und Erziehenden und … .
  • Sie reflektieren auf ihre eigene Praxis und bilden sich fort (in manchen Situationen können solche Impulse auch von den Praktikant/innen, aus Pausengesprächen oder aus der Zeitungslektüre stammen).
  • Zu einem für mich zufriedenstellenden Berufsbild als Lehrkraft gehören auch die ausbalancierten Polaritäten von Aktion und Entspannung und Routine und Innovation (herkömmlich „Work-Live-Balance“ genannt).

Welche Erfahrungen und Einschätzungen haben Sie?

Ich bin dankbar für diese Anregungen und leite gerne an.
Ich freue mich über Ihren Kommentar-Beitrag.

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ursprünglich verfasst im Frühjahr 2014
zuletzt aktualisiert am 15.10.2019 / 17 Uhr        Drucke diesen Beitrag Drucke diesen Beitrag