Wir lernen: Kleinkindbetreuung kann schwere Folgen haben

Für erfahrene Pädagoginnen und Pädagogen ist es kein unerwarteter Befund – und in seiner drastischen Deutlichkeit doch erschütternd:

Eine große amerikanische Längsschnittstudie problematisiert die zur Zeit fast überall propagierte Einführung frühkindlicher Krippen-Plätze und zeigt:

  • Unabhängig von der Qualität der Kleinkindbetreuung wird das spätere soziale Verhalten nachteilig beeinflusst.
  • Der medizinisch gemessene Stress-Level (Cortisol-Profil im Laufe eines Tages) der unter Dreijährigen erinnert an den Belastungsverlauf bei einem Manager.

Dr. med. Rainer Böhm, Kinder- und Jugend-Mediziner, Neurologe und leiterende Arzt des sozialpädiatrischen Zentrums Bielefeld-Bethel nimmt engagiert Stellung und kritisiert die selbstverständliche Krippen-Unterbringung von kleinen Kindern. – Erstaunlich, dass diese Perspektive bisher wenig Beachtung gefunden hatte.

Diese Einschätzung mag manchen Interessengruppen nicht so recht ins Konzept passen. – Wahrnehmen und erwägen sollte man die Befunde allerdings auf jeden Fall.

Die empfohlene Perspektive, die Familien in ihrer Erziehungsaufgabe innerhalb der familiären Zusammenhänge zu unterstützen, halte ich für sehr sinnvoll und einsichtig.

Und ich bin mir bewusst, dass die schnellen und einfachen – und erst gleich gar nicht moralisierende – Lösungen meistens doch nicht „stimmen“.
Andererseits möchte ich mit diesem Beitrag auch die andere, vielleicht unangenehme Seite der aktuellen Lösungsversuche für die Kinderbetreuungen in die Diskussion bringen.

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erstellt am 6. Mai 2012;
zuletzt bearbeitet am 17. November 2025;
dysfunktionale Links entfernt am 18.11.2025       Drucke diesen Beitrag Drucke diesen Beitrag

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