Bitte schützen Sie Vertrauen und pflegen es. Danke

Vertrauen ist ein sehr wichtiges Thema

Vertrauen ist ein hochaktuelles und umkämpftes Thema, denn eine plurale und offene Gesellschaft setzt klug gepflegtes Vertrauen voraus. Das beschreibt auch das Institut der deutschen Wirtschaft so: Vertrauenskrise in Deutschland? Ein europäischer Vergleich und Wege zu neuer Stabilität. Köln, 2025

Welche Gefahr für den gesellschaftlichen Zusammenhang ergibt sich aus Vertrauensverlust?

Aktuell scheint Vertrauen in unseren Gesellschaften eher abzunehmen. Das zeigt auch die Bertelsmann-Studie Schwindendes Vertrauen in Politik und Parteien. Eine Gefahr für den gesellschaftlichen Zusammenhalt? Gütersloh, 2019

„Misstrauensgemeinschaft“ als Verständnishilfe

Und es gibt ja auch interessierte Kreise, die Misstrauen fördern, also Vertrauen aktiv zerstören.
Beispiele dafür sind Fake-News oder auch systematische Lügen im öffentlichen Austausch, Kampagnen gegen die Glaubwürdigkeit von Medien oder Personen oder zur Delegitimation staatlicher Organe.

Der Soziologe Prof. Dr. Aladin El-Mafaalani nimmt den Begriff „Misstrauensgemeinschaft“ auf und spricht klug und aufschlussreich im Podcast Hotel Matze zu Vertrauen und Misstrauen in Wissenschaft, Medien und Politik, Polarisierung, Migration und wie wir wieder krisenfester werden. (15.11.2025)
Er bezieht sich dabei auf seine aktuelle Untersuchung „Misstrauensgemeinschaften – Zur Anziehungskraft von Populismus und Verschwörungsideologien. Verlag Kiepenheuer & Witsch; Köln, 2025“

Ein mich beeindruckender Gedanken von Prof. A. El-Mafaalani: Misstrauende misstrauen aus unterschiedlichen Gründen – und auch unterschiedlichen Institutionen. Sie sind sich aber einig  im Misstrauen und können sich auf dieser Basis emotional gut zusammenschließen. Populistische Gruppierungen knüpfen an diese Befindlichkeiten an und positionieren sich „gegen die da oben“, „die anderen“ oder auch „die Eliten“.

Den emotionalen Bezugsrahmen kann man mit rationalem Argumentieren wohl kaum auflösen.

Ich empfehle den spielerisch-experimentellen Zugang zu Vertrauen. Viel Freude und Erkenntnisse!

Ein Tipp für einen spielerisch-experimentellen Zugang zu diesem Thema stammt von Christian Fahrenbach, vormals bei krautreporter.de.
Er schrieb Anfang Dezember 2025 dazu: „Es geht dabei in einem sehr hübsch animierten Spiel darum, wie in einer Gesellschaft Vertrauen entsteht und wie es zerstört werden kann.
Evolution des Vertrauens erlaubt, selbst an einem Experiment teilzunehmen.
Ich habe dabei eine Menge über Spieltheorie und unser Zusammenleben gelernt, das waren sehr gelungene und erhellende 20 Minuten.“

Ich schließe mich dieser Empfehlung ausdrücklich an, hatte Freude beim Spielen und Experimentieren und ebenfalls viel gelernt, und wünsche Ihnen das auch.

Live miteinander sprechen und sich wechselseitig zuhören, hilft in den meisten Fällen.

Nach meiner überwiegenden Erfahrung hilft es – auch bei sehr widerstreitenden Ausgangspositionen, sich tatsächlich zu begegnen, sich wirklich verstehen zu wollen, sich aktiv zuzuhören.

Erstaunlich ist dabei, wie groß die Menge der Gemeinsamkeiten ist. Man muss diese nur erfragen oder wahrnemmen wollen.

Davon ausgehend, ergeben sich gelegentlich unverhoffte Ausgangslagen für die Entwicklung zu Konsens oder zumindest Kompromiss.

Quellen und weiterführende Links

entwickelt im Februar 2026;
zuletzt ergänzt am 26.02.2026/09:15 h      Drucke diesen Beitrag Drucke diesen Beitrag