Sie verbringen viele Zeit und Energie in beruflichen Zusammenhängen.
Ich wünsche Ihnen,
dass es Ihnen in Ihrem Beruf überwiegend gut geht
dass Sie bei einer „Bilanz“ Ihrer beruflichen Zusammenhänge zufrieden sind
dass Sie Kolleg*innen gefunden haben, mit denen Sie sich pädagogisch austauschen können (vielleicht in einer Fallbesprechungsgruppe oder einer Gruppensupervision)
dass Sie mit Kolleg*innen vernetzt sind, mit denen Sie Ideen und Material austauschen können
dass Sie im Bedarfs- oder Konfliktfall auf ein vertrautes und gepflegtes Netzwerk zu Ihrer Unterstützung zurück greifen können.
Wenn Sie Unterstützung suchen oder der Beruf über eine längere Zeit keine Freude mehr macht, gibt es Möglichkeiten der Unterstützung und Wege der Veränderung: zum Beispiel in einer Supervision oder einem Coaching.
Ich empfehle Lehrerinnen und Lehrern immer wieder mit begründetem Nachdruck Gruppen zur Supervision oder zum Coaching
Spätestens in Schulentwicklungsprozessen werden Lehrkräfte zu kollegialer Unterrichtsbeobachtung und Feedbacks herausgefordert.
Nur weniger Lehrerinnen und Lehrer wollen sich in die Karten schauen lassen.
Zwar komme ich selbst ursprünglich aus einer team-orientierten Arbeitskultur, doch schon nach wenigen Monaten im schulischen Arbeitsfeld wurde mir eine neue Scheu bewusst: Ich vermied zunehmend, noch nicht fertig entwickelte Unterrichtsentwürfe und Materialien dem Blick der Kolleginnen und Kollegen auszusetzen.
Erst ein bewusster Entscheid gegen diesen Sog der Vermeidung, konnte dies ändern.
Tatsächlich können wir durch Feedback viel gewinnen.
Auch selbstbewusste Lehrkräfte – und gerade solche – wissen, dass sie Fehler machen oder noch nicht die beste aller Wege gefunden haben.
Wenn wir Lehrkräfte es also wagen, unsere vorläufigen Skizzen und Entwürfe dem fachkundigen Blick der anderen Fachkundigen auszusetzen, so können wir gewinnen:
neue inhaltliche Ideen
fachliches Korrektiv
methodische Vielfalt
vielfältige Zugänge
…
Empfehlenswertes, hilfreiches Raster
Das Basismodell zur Unterrichtsbeobachtung hat sich in meiner Praxis der Selbstreflexion und des kollegialen Feedbacks bewährt:
Achtung: Mit einer methodischen Intervention verändert man auch das System
Nach meinem Eindruck ist es vielen, die voller guter Absichten eine methodische Idee vorschlagen – in diesem Falle das Feedback zwischen Kolleg/innen – nicht bewusst, dass sich dadurch langfriste Folgen ergeben können.
Recht bald werden weitergehende Fragen aufgeworfen. Einige stelle ich beispielhaft dar:
Welches Selbstbild haben die beteiligten Lehrpersonen?
Welche Lern- oder Entwicklungskultur gibt es in der Organisation (hier: Schule)?
Wie steht die Leitung zu solchen Prozessen, die Entwicklungen befördern können/sollen?
Welche Leitvorstellungen hat die Schule?
…
Herzlichen Dank an Kolleginnen und Kollegen für Anregungen
Danke an die
Herausgeber: Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg Gabriele Tepaß (verantwortlich), Referat Lehrerausbildung und Lehrerfortbildung, Personalentwicklung Sandra Winterhalter, Referat Grundsatzfragen und Qualitätsmanagement beruflicher Schulen
Autorenteam: Manuela Droll, Staatliches Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (BS) Weingarten, Roland Knoblauch, Fachberater Schulentwicklung beim Regierungspräsidium Tübingen, Alexander Moser, Staatliches Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (BS) Freiburg, Claudia Rugart, Staatliches Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (BS) Karlsruhe, Hans-Joachim Tomerl, Staatliches Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (BS) Stuttgart
Statt das Misslingen voraussehbar immer wieder zu wiederholen, suche ich nach Auswegen. Regelmäßige Kurz-Reflexionen können Entwicklungen in eine günstige Richtung befördern und die Qualität merklich steigern.
Beispiele stabilen Misslingens
Fast jeder kann Beispiele für Misslingen, das sich fortdauernd wiederholt, aufzählen. Zum Beispiel:
Elternabende in der Schule, bei denen die Lehrer/innen und Eltern sich wieder nicht aus ihrer Gegensätzlichkeit der Rollen-Zuschreibungen herausbewegen lassen und kein Verständnis füreinander gefunden wird.
Konferenzen, die nerven und keine brauchbaren Ergebnisse erbringen. Stattdessen binden – die neudeutsch Meeting genannten – Treffen Arbeitszeit, welche die Mehrheit der Teilnehmenden viel lieber für ihre liegengebliebenen Arbeiten aus dem Kerngeschäft verwenden würden.
Regelmäßig wiederkehrende Probleme bei Projekten
Mitgliederversammlungen bei Vereinen
Erfahrungen aus persönlichem Lernen
Gemäß der Lebensweisheit
Alle Menschen machen Fehler. Kluge lernen daraus.
haben viele das Interesse, aus Fehlern oder ungünstigen Erfahrungen Konsequenzen zu ziehen. Das heißt, die Zusammenhänge werden analysiert und aus der Reflexion erwächst die Suchbewegung nach günstigen, besser geeigneten Vorgehensweisen und Verhaltensweisen.
Transfer auf Herausforderungen in Organisationen
Nach jeder Arbeitseinheit (oder Aktion oder jedem Projekt) gibt es eine „Manöverkritik“ – oder weniger militärisch formuliert – wird kurz reflektiert. Dafür hat sich folgendes Muster bewährt:
Was waren die Ziele?
Wie weit wurden diese Ziele auf einer Skala von 0 (gar nicht) bis 10 (vollständig) erreicht?
Wie kann dieser Schätzwert beim nächsten Mal um einen Zähler verbessert werden?
Was war hilfreich und/oder angenehm?
Was soll dringend verändert/verbessert werden?
Wie?
Wer kümmert sich bis wann um einen ersten Vorschlag?
Was ich sonst noch mitteilen möchte …
Erfahrungsgemäß erfordert diese Kurzreflexion zwischen 5 und 15 Minuten Zeit – je nach Klarheit und Routine der Beteiligten.
Regelmäßige Reflexion kann zur ständigen Verbesserung führen.
Nach meiner festen Überzeugung befördert die regelmäßige Reflexion die Aufmerksamkeit für Gelingensfaktoren und langfristig die Qualität von Prozessen. Allerdings reicht die Reflexions-Routine alleine dafür nicht aus. Wie so oft ist auch eine passende Haltung der Lern- und Veränderungs-Bereitschaft notwendig. Leider kommt es im Rahmen von – oft verordneten – Qualitätsüberprüfungen zu Als-Ob-Evaluationen, die dann einfach ohne Auswertung und Wirkung in die Akten versenkt werden. Schade um die Mühe!
Einem langjährigen, inspirierenden Ideen-Finder und Freund gewidmet
Gunnar Thörmer veranstaltet am 21. Februar ein Barcamp und mein Beitrag werden diese Gedanken sein.
Weiterführende Links
Ein BarCamp benötigt nur wenige Regeln und zählt zu den Großgruppen-Methoden. Materialien gibt es reichlich, zum Beispiel hier.
Wann wird ein Unterricht gelingen? Wann werden Kompetenzen gefördert und die wesentlichen Grundkenntnisse vermittelt?
In der zweiten Woche des Online-Kurses OpenReli haben die Teilnehmenden die Aufgabe, Kriterien für guten Unterricht zu formulieren.
Eine sehr grundsätzliche und große Frage
In meiner Antwort stelle ich zuerst meine grundsätzliche Vorstellung von Unterricht vor und leite dann Kriterien für das Gelingen, also gute Qualität von Unterricht daraus ab.
Meine Vorstellung von gutem Unterricht in einer Mindmap
Ein Klick auf das Bild sollte eine größere und besser lesbare Version ergeben.
Daraus abgeleitete zwölf Kriterien für guten Unterricht
Die Lehrkraft hat eine gute Arbeitsbeziehung mit der Lerngruppe angebahnt: Die Schülerinnen und Schüler kennen den Rahmen, die Regeln und haben ein Grundvertrauen in die Situation.
Die Lehrperson ist fachwissenschaftlich gut ausgebildet, verfügt also über einen Überblick über den Lernstoff.
Sie hat Lern-Inhalte (abstimmt mit dem Bildungsplan) ausgewählt und kann diese Auswahl begründen.
Die Lehrerin/der Lehrer hat sich (im Laufe der Unterrichtseinheit mehrere und vielfältige) methodische Ideen für die Unterrichtseinheit überlegt und diese vorbereitet.
Die Schülerinnen und Schüler entwickeln Interessen und Ziele für den Unterricht.
Sie lassen sich aus Müdigkeit und Unlust in eine Beschäftigung mit dem Thema einladen.
Sie können sich in die unterschiedlichen Unterrichtsformen einfinden und produktiv mitarbeiten.
Sie formulieren immer wieder Zwischenstände, wie Ergebnisse und offene Frage oder Interessen.
Sie reflektieren über den Unterricht (Inhalt, Methode, Erträge) und tauschen diese Reflexionen untereinander und mit der Lehrkraft aus.
Sie erreichen mindestens die Hälfte ihrer zu Beginn des Unterrichts festgelegten, individuellen „Erfolgs-Kriterien“.
Schülerinnen und Schüler und die Lehrkraft kommen am Schluss des Unterrichts zur gemeinsamen Bewertung, dass der Unterricht erfolgreich war.
Die Lehrkraft hat aus dem Unterricht auch selbst wieder etwas dazu gelernt und nimmt diesen Ertrag als Anstoß für die Weiterentwicklung von Unterrichtskonzept und Unterrichtsgestaltung.
Über Rückmeldungen und eine Diskussion freuen ich mich.
Gegen Ende des Schuljahres können Klassen, Kurse und auch Teams von Lehrerinnen und Lehrern und auch Einzelne auf das Schuljahr zurück blicken und
sich über Erfolge freuen
Misserfolge benennen und nach Vermeidungsmöglichkeiten suchen
die eigenen Ziele überprüfen
schon einmal erste Ideen für die nächsten Ziele formulieren
die eigene Lerngeschichte pflegen
und Erfolge und den Abschluss feiern.
Alle freuen sich auf die Ferien.
Gegen Ende des Schuljahres sind viele Schülerinnen und Schüler – aber auch Lehrerinnen und Lehrer – vor allem müde und froh, dass eine Pause und die Möglichkeit zur Erholung folgen werden.
Das nahende Ende des Schuljahres ist ein günstiger Zeitpunkt.
Mit diesem Text empfehlen ich, sich etwas Zeit und Energie für einen sorgfältigen Rückblick auf das zu Ende gehende Arbeitsjahr/Schuljahr, die Klassen und Gruppen, die Unterrichtsverläufe, die schwierigen Situationen und auch die Erfolge zu werfen.
Wer reflektiert, muss die Fehler nicht wiederholen und findet die Unterschiede zwischen Erfolg und Misserfolg.
Nach meiner Erfahrung gibt es wenig Übung oder Routine, nach getaner Arbeit auch noch zu schauen, ob wir die Ziele erreicht und die Wege sinnvoll gegangen sind.
Oft genügt eine kurze konzentrierte Zeit, um
sich an die Ziele zu erinnern
sie mit dem aktuellen Stand zu vergleichen
eine Einschätzung für Zufriedenheit, Erfolg oder Misserfolg zu gewinnen
sich auszutauschen.
Wenn diese Reflexionsergebnisse auch noch festgehalten werden, ist eine gute Grundlage für die Weiterentwicklung gelegt. Wenn Gruppen darin eingeübt sind, gelingen solche Reflexionen ohne große Mühe, sind diese Auswertungen eher unbekannt, bedarf es zur Einführung etwas Kraft und Wille.
Wer seine Ziele bewusst hat, wird sie eher erreichen.
Die alte Segler-Weisheit, nach der jemand ohne Kurs/Ziel mit keinem Wind etwas anzufangen weiß, gilt wohl auch für viele Bereiche des Lebens und des Arbeitens: Wenn ich meine Ziele formuliert habe und mir klar bin, woran ich erkennen kann, ob ich in der angestrebten Richtung unterwegs bin, wird auch eher dorthin kommen.
Darum rate ich dazu, sich Ziele zu setzen und diese schriftlich festzuhalten.
Schulen haben das Ziel, Schüler/innen in ihrem Lernen zu fördern, während sich unsere Welt in rasenden Tempo verändert. Dies bedeutet, dass auch die Institutionen des Lernens (Schulen und Fortbildungseinrichtungen) sich weiter entwickeln müssen, um ihre Ziele zu erreichen!
Meine Erfahrung mit Institutionen sind allerdings, dass einmal entwickelte und eingeübte Abläufe selten nochmals überdacht werden und so Entwicklungen nicht stattfinden. Regelmäßige Reflexionen können allen an Schulen Beteiligten zum Lernen und zur Weiterentwicklung helfen.
Vom Ziel der Schule her denken: „Lernen möglich machen“
Wie im ersten Text zu dieser Reihe schon angedeutet, halte ich es für wesentlich, dass die Schulen selbst zu lernenden Organisationen werden.
Denn das Haupt-Ziel schulischer Einrichtungen ist es, Lernprozesse (besonders für die Schülerinnen und Schüler dort) möglich zu machen.
Dieses Ziel kann umso wirksamer angesteuert und umso glaubwürdiger vertreten werden, je konsequenter es auch auf die eigene Praxis (des Unterrichtens und der Verbesserung der Schul-Organisation) angewendet wird.
Dafür benötigen die Lehrkräfte und die Leitenden eine entsprechende Haltung: „Es gibt noch etwas zu lernen!“
Wer schon annimmt, dass sie oder er schon alles weiß, wird konsequenterweise aufhören zu lernen. Dass ich es grundsätzlich für nicht realistisch halte, habe ich im ersten Artikel zu dieser Reihe schon ausführlich dargestellt: Die Welt, unsere Umwelt, ändert sich zu schnell, um tatsächlich annehmen zu können, wir hätten schon alles Notwendige gelernt.
Selbst beschreibe ich mich als neugierigen Menschen und ich vermute, dass diese Fähigkeit, andere Sichtweisen und andere Menschen interessant zu finden, mir viele Freude an meinem Umgang mit Schülerinnen und Schülern ermöglicht. Ich nehme tatsächlich an und werde darin fast täglich bestätigt, dass ich noch etwas dazu-lernen kann. – In dieser Haltung bin ich bereit, mir Neues beizubringen und beibringen zu lassen.
Ein wesentlicher, erster, einfacher und hoch wirksamer Schritt: „regelmäßig reflektieren“
Wer immer aktiv ist und nicht auch einmal in Ruhe zurück schaut, wir nur zufällig ungünstige Verhaltensweisen entdecken und sich einen mühsamen Weg immer und wieder vornehmen.
Ich schlage vor, regelmäßig nach Aktivitäten, Projekten oder Arbeitszeiträumen auch auszuwerten – neudeutsch: zu reflektieren. In der Reflexion werden die Ziele mit den Erträgen verglichen und die förderlichen und hinderlichen Faktoren und Verhaltensweisen benannt. So kann jemand entdecken, wie ein Ziel günstiger (einfacher, weniger anstrengend oder auch effektiver – oder: ohne weniger Ärger bei Betroffenen) erreicht werden kann. Manchmal führt eine solche Reflexion auch dazu, die Ziele selbst zu hinterfragen – oder auch zu bemerken, dass die Zielvorstellungen gar nicht vorhanden oder undeutlich sind.
In einem der nächsten Beiträge in dieser Reihe werde ich dies am Beispiel des nachhaltigen Lernens deutlich machen und dazu einen Vorschlag vorlegen.
Die Welt, für die Kinder, Jugendliche, Auszubildende und Studierende gebildet und ausgebildet werden sollen, verändert sich mit zunehmender Geschwindigkeit. Die Steigerungsraten sind exponentiell. Damit werden die Rahmenbedingungen für Schulen, Ausbildungen und Studiengänge extrem unübersichtlich. Klagen helfen nicht! – Alle Beteiligten sollten sich damit auseinander setzen und produktiv nach Lösungswegen und Lösungen suche.
Eine Empfehlung: Bleiben Sie positiv gestimmt und formulieren Sie auch positiv.
Bedenkenswerte Ansätze und gute Praxis wird hier gesammelt und weiter gegeben.
Shift happens! – Did You Know?
Eine aktualisierte, deutsche Version von März 2009
Weitere Hintergrund-Informationen und Versionen
Einige bemerkenswerte und herausfordernde Aussagen
Nun beginnt die pädagogische Herausforderung
Tipps und Hinweise und selbstverständlich auch Diskussionsbeiträge sind sehr erwünscht
Weiterführende Links
Bleiben Sie positiv gestimmt und formulieren Sie auch positiv.
Mit diesem Artikel beginne ich eine lose Reihe mit gesammelten Ideen und Überlegungen zur Verbesserung der Schulen.
Gejammert und beklagt wird genug über:
mangelnde Ausstattung der Schulen und Klassenzimmer
die optimierbare Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer
fehlende Schlüsselqualifikationen, Grundbildung und auch Erziehung von Schülerinnen und Schülern
schlechtes Image der Lehrkräfte und der Schulen, Ausbildungen und Studiengänge
Aus meiner Kenntnis hirnphysiologischer Bedingungen des menschlichen Lernens weiß ich, dass Verneinungen vom Gehirn ignoriert werden. Damit sind Negativ-Aussagen genau nicht produktiv handlungsleitend, sondern sie wirken in die unerwünschte Richtung: Die beklagten Zustände werden in dieser Negativ-Sprache für das Gehirn statt dessen bestätigt und verfestigt!
Bedenkenswerte Ansätze und gute Praxis wird hier gesammelt und weiter gegeben.
Es gibt eine Menge guter Ideen und bedenkenswerter Ansätze. Manchmal sind sie allerdings etwas versteckt. Manchal wundere ich mich im Gespräch mit Kolleginnen und Kollegen, dass diese von einer Quelle oder eine Idee noch nichts erfahren hatten. Dies war dann zuletzt der Anstoß für diese Reihe: Wenn ich etwas Anregendes finde oder schon kenne, von dem ich annehme, dass diese Idee oder Praxis aufbauende für gute Schulen der Zukunft sein könnte, werde ich davon dieser Reihe „Schule verbessern“ berichten.
Shift happens! – Did You Know?
Schon vor über einem Jahr wurde ich auf eine kurze Präsentation aufmerksam: Der US-Amerikaner Karl Fisch hatte in sechs Minuten die immensen Veränderungen in unserer Gesellschaft und die sich in rasantem Tempo verändernden Anforderungen an die zukünftigen Generationen eindrucksvoll zusammen gestellt. – Er gab seiner Präsentation den hintergründig anlautenden Titel „Shift happens!“
Neulich stieß ich wieder darauf und stellte fest, dass es inzwischen mehrere aktualisierte Versionen und auch eine etwas ältere deutsche Version im Netz gibt:
Den Hinweis auf dotSUB.com ist dotsub.com und die neueste Version – mit dem Vorteil, dass man die Untertitel in vielen Sprachen wählen kann, fand ich beim Torsten Meyer, Erziehungswissenschaftler an der Universität Hamburg.
Einige bemerkenswerte und herausfordernde Aussagen:
Ganz viele Rahmenbedingungen ändern sich in zunehmender Geschwindigkeit. Die Kurve verläuft exponentiell!
Die Bevölkerungsanteile der Weltbevölkerung werden sich sicher verschieben.
Das verfügbare Wissen wächst rasend schnell und die Zugangsmöglichkeiten für viele Menschen wachsen noch schneller.
Durch expotenziell wachsende Medien-Nutzung verändert sich unsere Wahrnehmung der Welt und die Bewertung des Wissens
Schließlich können wir annehmen, dass die Anforderungen an erfolgreiche Lernumgebungen sich auch verändert haben.
…
Nun beginnt die pädagogische Herausforderung
Was bedeutet dieser Wandel für Schülerinnen und Schüler und natürlich auch für Lehrerinnen und Lehrer? Die Diskussionen haben in manchen Kollegien und Meinungsgruppen und der pädagogischen Theorie begonnen. Nun sind die Lehrkräfte gefordert, Versuche zu starten, zu erproben und Erfahrungen zu sammeln.
Die Lehrkräfte und die Schule sollen selbst in einen Lernprozess eintreten. (Mehr dazu bald in einem nächsten Text in dieser Reihe.)
Weitere Tipps und Hinweise und selbstverständlich auch Diskussionsbeiträge sind sehr erwünscht
Wenn Sie Material verfügen
über Ausgangspunkt für neue Entwicklungen
über erfolgsversprechende Ideen
oder gelingende Praxis
bitte ich um einen Hinweis und möchte diese Tipps und Materialien dann gerne wieder hier veröffentlichen.
Auch Kommentare sind mir herzlich willkommen!
Links
Dieser Beitrag gehört zur Reihe “Schule verbessern”
Frage an LehrerInnen: Wer führt zur Unterstützung eigener Praxisreflexion ein Arbeitsjournal? Oder: Wie sieht eure ReflexionsROUTINE aus? — herrlarbig (@herrlarbig) August 6, 2012; inzwischen nicht mehr erreichbar.
Schnell wurde ihm wohl klar, dass diese Frage nicht in 140 Zeichen beantwortet werden kann.
Diese Frage passt wunderbar: Vor meinem Schuljahres-Start setze ich mir Ziele
Eigentlich beißt sich die Reflexions-Schlange hier in den Schwanz, denn Anregungen für die Ziele stammen häufig aus der Auswertung des letzten Schuljahres und meinen Erfahrungen mit meinem Unterricht und dem Nachdenken darüber, der „Reflexion“ eben.
Für jedes Schuljahr entwickle ich einen Wochen-Routine-Plan.
Als Nutzer eines nicht-digitalen Terminplaners auf Ringbuchbasis, habe ich die Möglichkeit, selbst entwickelte Formulare einzuhängen. Sobald ich meinen vorläufigen Stundenplan bekommen habe, übertrage ich diesen in eine Wochenübersicht. In diese trage ich dann bei der Unterrichtsplanung die Stunden-Themen, manchmal auch Stichworte zu Zielen, auf jeden Fall aber den Medien-Bedarf ein. In meinem Planungsmittel liste ich fehlende Klassenbucheinträge (ein fortwährender Stress-Punkt für alle „kleinen Fächer“ mit gemischten Kursen) und den Kopien-Bedarf auf. So kann ich nebenher auch den Kopier-Aufwand verkleinern: Ich gehe meist nur zwei Male pro Woche zu größeren Kopier-Einheiten.
Nach Unterrichtseinheiten reflektiere ich.
Nach jeder Unterrichtseinheit reflektiere ich mit den Schülerinnen und Schülern nach einem standardisierten Verfahren und mache mir meine eigenen Gedanken und Notizen (entweder auf den Ausdruck des Unterrichtsplanes oder auch gleich digital).
Einer kollegiale, pädagogische Fallbesprechungsgruppe
Seit dem Schuljahr 2009/2010 gibt es eine kollegiale Fallbesprechungsgruppe an meiner Schule.
Fünf bis maximal acht Kolleginnen und Kollegen vereinbaren sich zu Beginn eines Unterrichtsjahres zu einer verbindlichen Zusammenarbeit in fünf bis sieben 90-Minuten-Treffen.
Wichtig dabei ist, sich wechselseitig Vertraulichkeit zuzusichern und dieser Zusicherung auch Glauben schenken zu können.
Schwere Konflikte können in dieser kollegialen Selbsthilfe-Form nicht bearbeitet werden.
Am Ende des Schuljahres hole ich mir Schüler-Lehrer-Feedback
Wie schon verschiedentlich in diesem Blog beschrieben halte ich viel von Feedback und bitte daher meine Gruppe um ein Schüler-Lehrer-Feedback und auch ausgesuchte Kolleg/innen um Rückmeldung und gebe auch Feedback.
Nach dem Unterrichtsjahr werte ich aus und überprüfe meine Ziel-Erreichung
Am Ende des Schuljahres bin ich oft erschöpft und sehne mich nach Abstand und Erholung. Allerdings habe ich mir angewöhnt, mir noch ein paar Tage Zeit zum Ausklingen, Auswerten und Ordnen zu gönnen.
Diese Erntezeiten möchte ich inzwischen ungern missen:
Ich sichte die Feedbacks der Schüler/innen und notiere mir manche Anregungen für das nächste Schuljahr für den Inhalt, die Methoden oder die Steuerung des Unterrichts.
Beim Vergleich mit meinen Schuljahreszielen entdecke ich Fortschritte und kann diese würdigen und bekomme auch wieder Anregungen für die Ziele des nächsten Unterrichtsjahres (siehe oben).
Auch das nicht so geliebte Aufräumen tut gut und oft wird noch ein gutes Element oder eine gelungene Methode gefunden und kann dort abgelegt werden, wo ich sie dann bei Bedarf auch wieder finde.
Ich halte Reflexion für sehr wichtig und förderlich für die Weiterentwicklung.
Zusammenfassend:
Ich halte viel von Reflexion und habe sie in meinen Arbeitsalltag – wie selbstverständlich – eingebaut. Tatsächlich schreibe ich regelmäßig Tagebuch und erkenne dabei, bei welchen Themen sich lohnen könnte, genauer hinzuschauen.
Nach meine Erfahrung gerät Nachdenklichkeit in Stress-Zeiten unter Druck. Genau dann aber ist Reflexion besonders wichtig, weil wir so Lösungen (er-) finden könnten. Wenn der Druck einmal zu groß wird, suche ich zuerst kollegiale und dann professionelle Unterstützung, z.B. in einer Supervision.
Schließlich habe ich mir im Rhythmus von zwei-einhalb Monaten Reflexionszeiten in meinen Kalender eingetragen, an denen ich über meine Arbeit, Ziele und den nötigen Entwicklungsbedarf nachdenke. – So soll Reflexion auch in Druckzeiten nicht vergessen werden.
Der Beginn eines neuen Schuljahres ist eine Chance, sich neu für eine erfolgreiche Lern-Strategie zu entscheiden, die regelmäßige Mitschriften, Nacharbeiten und Wiederholungen beinhaltet und durch ein entsprechendes Lehrer-Verhalten unterstützt wird.
Ein Schuljahres-Beginn ist eine neue Chance zur Verbesserung.
Für die Schülerinnen und Schüler und die Lehrkräfte hat in dieser Woche ein neues Schuljahr begonnen: Jeder Neuanfang kann auch als Chance für eine Veränderung zu einem erfolgreichen Lernen begriffen werden. Dazu ist es hilfreich, einen kurzen Gedanken an die bisherigen Versuche zu verwenden und zu bewerten, welchen Erfolg die bisherige Praxis erbrachte. – Wer damit zufrieden ist, hat keine Veranlassung etwas zu verändern. Viele Schülerinnen und Schüler nehmen sich zu Beginn des Schuljahres aber vor „mehr zu lernen“ und „bessere Noten“ zu erreichen. –
Ein paar Empfehlungen
Statt auf „den letzten Drücker“ besser regelmäßig lernen
Die neurobiologischen Erkenntnisse der letzten Jahre bestätigen klar: Regelmäßiges Lernen ist dem saisonalen oder Kurz-Zeit-Lernen weit überlegen. Dies ist im Aufbau und der Funktion unseres Gehirns begründet.
Im Oberen Teil des Tafelbildes wird das bei den meisten Schülerinnen und Schülern übliche „Kurz-Zeit- oder Kellner-Lernen“ skiziert. Es ist geprägt vom Lernen „kurz vor knapp“ und führt leider bei hohem Aufwand doch häufig wieder zu sehr schnellem Vergessen.
Am unteren Rand des klassischen Tafelbildes wird deutlich, dass Kurzzeitlernen mit Zunahme der Komplexität des Stoffes zunehmend ineffektiv wird und regelmäßiges Lernen – ähnlich dem regelmäßigen Trainig beim Sport – körpergerechter und damit erfolgreicher ist.
Dafür gibt es viele gute Gründe aus neurobiologischen Erkenntnissen über Aufbau und Funktion des menschlichen Gehirns in den letzten Jahren.
Meine Behauptung
Die meisten Schülerinnen und Schüler, die bisher erst kurz vor der Klassenarbeit oder der Prüfung gelernt hatten, müssen nicht wesentlich mehr tun! Wenn sie ihre Lern-Anstrengungen besser über die Zeit verteilen, werden sie im Laufe der Zeit deutlich erfolgreicher lernen und damit auch bessere Noten bekommen.
Wir alle wissen, dass Sportler sinnvollerweise regelmäßig trainieren. So ist es auch Schülerinnnen und Schülern zu empfehlen, wichtigen Stoff regelmäßig zu bearbeiten, zu üben und zu wiederholen.
Ein erfolgreiches Verfahren für das schulische Lernen in drei Schritten
Im Unterrich in Stichworten regelmäßig mitschreiben und dabei großzügige Ränder lassen
Jede Unterrichtsstunde zu Hause kurz nacharbeiten und die wichtigsten Inhalte in eigenen Worten auf den rechten Rand zusammen schreiben.
Regelmäßige und geplante Wiederholungen, wenn ungefähr die Hälfte des Stoffes vergessen ist.
Was sich nach viel Aufwand und Anstrengung anhört, ist was Dauer ein auch nervenschohnendes Verfahren und führt in der Regel binnen weniger Monate zu erkennbar besseren schulischen Leistungen.
Lehrkräfte können dieses Umdenken fördern
Die Lehrerinnen und Lehrer können das notwendige Umdenken vom oft beklagten Kurz-Zeit-Lernen zu nachhaltigen und erfolgreicheren Lernwegen unterstützen. Ja sie sollten es meines Erachtens dringend tun! Unter anderem können Sie zu Beginn des Schuljahres die Bedeutung der Mitschriften hervorheben und Beispiele für eine sinnvolle Mitschrift als Tafelanschrieb anbieten. Auch die kurze Wiederholung des Lernstoffs der letzten Unterrichtsstunden (mit der Möglichkeit, dabei die Mitschriften zu nutzen) können Schüler/innen dazu bringen, ihre Notizen sorgfältig und geordnet zu führen und auch dabei zu haben.
Viel Erolg wünsche ich allen Schülerinnen und Schülern, allen Lehrerinnen und Lehrern und – nicht zu vergessen – den vielen Eltern, die sich in der Unterstützung ihrer Kinder engagieren.
Die Artikel-Reihe zur Schul-Entwicklung, besonders der dritte Text “ Schule verbessern (3): nachhaltig lernen lehren“ (These: Die Form der Klassenarbeiten hat auch eine wesentliche Bedeutung für das Lernverhalten der Schüler/innen. Langfristiges und damit nachhaltiges Lernen der Schüler hängt auch von der Unterrichtsgestaltung durch die Lehrer/innen ab!)
Hier gebe ich gerne meine guten Erfahrungen mit einer regelmäßigen Auswertung von Unterricht und von Halb- und Schuljahren weiter und möchte ermutigen, die Schülerinnen und Schüler nach ihren Einschätzungen, Ideen und Bewertungen zu fragen.
Gute Erfahrungen mit Auswertungen von Unterricht
Seit einigen Jahren lasse ich die Schülerinnen und Schüler zu Beginn einer Unterrichtseinheit ihre eigenen Erfolgskriterien für einen guten Unterricht formulieren.
Dahinter steckt meine Erfahrung, dass Lernen leichter und erfolgreicher verläuft, wenn die Schülerinnen und Schüler aktiv eingebunden sind – im Idealfall – auch motiviert sind, Lehrplan-Ziele kennen und selbst lernen wollen.
Meine ersten Versuche in diese Richtung hatte ich selbst als zufriedenstellend bewertet. Anfangs ernte ich manchmal verdutzte oder fragende Blicke, aber spätestens nach dem dritten Erklären verstehen viele, um was es mir geht: Ich möchte, dass die Lernenden ihren Lernprozess selbst bewusst mitsteuern.
So liegt es nahe, am Ende einer Unterrichtseinheit eine Auswertung vorzunehmen: Die Schülerinnen und Schüler vergleichen ihre Lernerfolge mit den veröffentlichen Lehrplanzielen und mit den eigenen Kriterien.
Gemeinsam Möglichkeiten finden, den Unterricht zu verbessern.
In den meisten Kursen sind die Schülerinnen und Schüler gerne bereit, ihre Einschätzungen mitzuteilen. Eine schlichte Struktur sorgt für Überblick:
Was war hilfreich und angenehm für das Lernen?
Was hat eher gehindert oder war lästig?
Wie schätzen Sie Ihren Unterrichtserfolg auf der Skala von 0 bis 10 ein?
Was können Sie tun, um zu (n+1) zu gelangen?
Wie kann der Lehrer Sie dabei unterstützen?
In der Regel halte ich diese dann im Tafelschrieb fest und fotografiere diesen anschließend für meine weitere Auswertung.
Abrechnung mit dem Schuljahr
Aus dieser Übung entwickelt sich fast von alleine der Impuls, auch ein ganzes Schuljahr – nach Bekanntgabe der Noten – noch einmal auszuwerten und die Hoch- und Tiefpunkte zu finden und zu benennen.
und den Lehrer benoten
Besondere Freude macht meinen Schülerinnen und Schülern dann die Aufgabe, ihrem Lehrer eine Schulnote zu geben. Wer möchte, kann seine Note gerne auch kurz begründen. (Diese Bemerkungen schreibe ich sorgfältig mit.) Ich notiere die Noten auf der Tafel und lasse einen Mittelwert errechnen.
Die eigene Reflexion der Lehrkraft: Vergleich mit eigenen Zielen und Skizze für nächste Ziele
Um das Schuljahr für mich abzuschließen, nehme ich mir selbst auch Zeit zur Auswertung, vergleiche meine Einschätzungen und die erhaltenen Rückmeldungen mit meinem Konzept und meinen Zielen und skizziere Ziel-Entwürfe für das nächste Schuljahr.
Ich habe sehr gute Erfahrungen mit dieser Form des Schuljahres-Abschlusses gemacht.
Über Kommentare und Erfahrungsberichte, vor allem von Kolleginnen und Kollegen, freue ich mich.
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