Fast alle wissen es: Wer hat es nicht selbst gerne, wenn eine gute Leistung auch wahrgenommen wird? – Danken kann zu Höchstleistungen motivieren und eine angenehme (Arbeits-)Atmosphäre fördern. Nicht zufällig werden Leitungs- und Lehrkräfte immer wieder auf dieses Mittel der Motivation aufmerksam gemacht.
Dank wirkt
Dank wirkt – wie alle Formen menschlicher Mitteilungen – am besten, wenn er ehrlich ist. Dank wirkt verstärkt, wenn er öffentlich stattfindet.
Mein Tipp
Achten Sie auf Ihre Umgebung. Beachten Sie besonders die Leistungen und die Personen, welche diese hervorbringen.
Drücken Sie Ihren Dank (öffentlich) aus!
Für mich war erstaunlich, wieviel Anlass für würdigende Worte ich fand. Diese auch auszudrücken, veränderte die Stimmung in meinem Umfeld in Richtung freundliche Ehrlichkeit, lebendige Verbundenheit und Leistungsbereitschaft. – Ich wünsche Vielen die dafür nötigen Aufmerksamkeit und den Mut für den Ausdruck von Dank.
Weiterführende Links
„Loben ist nicht vorgesehen“- Interview mit Organisationsforscher und Systemiker Prof. Dr. Fritz B. Simon in focus-online im September 2008
Fredmund Malik greift eine Idee des ideenreichen Denkers über Management auf, der die Notwendigkeit der Entgiftung für alle Lebensformen beobachtete und diese auf Einzelne und Organisationen übertrug.
Regelmäßige Bestandsaufnahme
Der österreichische Management-Denker und Berater Prof. Dr. F. Malik formuliert die entscheidende Frage: „Was von all dem, was wir heute tun, würden wir nicht mehr neu beginnen, wenn wir es nicht schon täten?“ – Mag sein, dass Vieles von unseren Tätigkeiten einmal sinnvoll war. Jetzt geht es um die Überprüfung, ob es aktuell noch sinnvoll ist.
Hören Sie auf, „falsche Dinge“ zu tun. Entsorgen Sie!
Malik empfiehlt eine konsequente Vorgehensweise. Er macht deutlich, dass es nach der Bestandsaufnahme nicht mehr darum geht, ob ich eine als aktuell nicht mehr sinnvolle Handlung weiter führen werde oder nicht, sondern immer die Frage zu stellen ist, wann ich damit aufhören werden.
Beginnen Sie Veränderungsprozesse mit der Frage nach den Streichungen
Damit geht Malik unkonventionell aber sehr wirksam vor. Durch die „Entschlackung“ oder „Entgiftung“ werden bisher gebundene Energien für neue Aufmerksamkeiten und Lernprozesse frei.
Eine gesunde Balance zwischen „Routine und Entwicklung“
Das hat mich angesprochen, weil ich die Tendenz gut kenne, Neues anzupacken – ohne Ausgleich. Wenn wir Überholtes entsorgen, entsteht neuer Raum und wird Energie wieder frei für Veränderung und Entwicklung.
Ein berufliches oder privates Projekt: Kill a stupid rule!
Manchmal ist Weglassen ein lohnenswerter Versuch. Oftmals tendieren wir allerdings zum Muster „mehr vom selben“.
Ab und zu nehme ich mir vor – beruflich oder auch privat, Angewohnheiten, Verfahren und Routinen darauf zu überprüfen, was denn fehlen würde, wenn ich sie weglasse. Und dann probiere ich es aus!
Fredmund Malik: Führen – Leisten – Leben Wirksames Management für ein erfülltes Leben: konkret, praxisnah und effektiv Ein kreativer Denker der Managementlehre fasst wichtige Erkenntnisse zusammen. Besonders hat mich seine Idee, einer „Müllabfuhr“ vor dem Start neuer Entwicklungsprozesse angeregt. Diese Praxis empfehle ich!
Organisationen zu entwickeln, ist eine komplexe Aufgabe. Sie wird nicht erreicht, in dem schnell Leitsätze oder Leitbilder aus dem üblichen Wortschaft neu zusammen gewürfelt formuliert werden.
Nicht selten sind Leitbildprozesse genau dies: Sie dienen der Vermeidung von Kontakt mit Realitäten und der daraus folgenden anstrengenden Veränderungsarbeit.
Ein Leitbild zu formulieren, ist modern.
Eine Mode macht sich in den Organisationen breit: Jede Einrichtung, die etwas auf sich hält, beschreibt Leitsätze und veröffentlicht diese – möglichst graphisch ansprichsvoll gestaltet.
Ein Leitbild kann Veränderung auch verhindern.
Je nach dem, wie solche Leitbilder entstanden sind, dienen sie eher der Vermeidung von Veränderung: Je normativer und allgemeiner die Formulierungen und je arbeitsteiliger die Texte entstanden sind, desto weniger Teile der Organisation stehen hinter einer entsprechenden Praxis und deso weniger wirksam werden die Sätze in der Regel auch sein.
Die Sätze gleichen sich in vielen unterschiedlichen Reihenfolgen. Oft sind sie eine Aneinanderreihung von hohen Werten.
Da die Ausagen so allgemein gehalten sind, treffen sie auf sehr viele Situationen zu und doch wieder nicht. Sie sind auswechselbar.
Es hängt vor ganz anderen Faktoren ab, ob ein Leitbild wirkt:
Soll überhaupt etwas verändert und verbessert werden?
Wird die Realität (als Ausgangspunkt) wahrgenommen?
Werden die Werte umgesetzt – oder nur behauptet?
Sind sich die Mitarbeiter und das Leitungspersonal einig, in der Richtung der Entwicklung?
Sehen Leitungen, Beteiligte, Kunden und die Öffentlichkeit den Nutzen der Entwicklung (ein)?
Feedback unterstützt die Veränderung in die günstige Richtung.
Feedback kann eine Anregung für Lernprozesse in allen Ebenen einer Organisation sein. Dazu muss eine entsprechende Bereitschaft zum Annehmen und Honorieren dieser mutigen Ausdrucksform vorhanden sein.
Anregende Impulse des Organisationsentwicklers Dr. Klaus Doppler – mit Praxisbeispielen
Beim 1. Freiburger Kongress Personalführung am 17. März 2010 sprach der Organsiationsentwickler Klaus Doppler einen knapp einstündigen, sehr erfrischend offenen Impulsvortrag.
Unter anderem geht er auf die Wirkung von Leitbildern ein und spricht davon, wie sie wirken oder auch – offensichtlich gewollt – nicht wirken. Herr Dr. Doppler geht tatsächlich davon aus, dass Leitbilder auch zur Verhinderung von anstrengender Veränderung verwendert werden können. Wenn der Wille zur Veränderung fehlt, kann die Umsetzng der Impulse aus der Organsiationsentwicklung dafür sorgen, dass nichts oder nur wenig verändert wird, obwohl die Veröffentlichungen etwas anderes sagen.
Den Impulsvortrag vom Kongress Personalführung in Freiburg ist leider nicht mehr online zur Verfügung.
Meine stichwortartige Zusammenfassung wesentlicher Impusle von Dr. K. Doppler:
Leitbilder leiten nicht.
Leitbilder sind nur soviel wert, wie die persönliche Integrität und Energie derjenigen, die hinter dem Papier stehen.
Jede Praxis hat auch eine Theorie im Hintergrund. – Diese muss nicht immer aufgeschrieben sein. Aber sie wirkt und es gibt Gründe für das gezeigte Verhalten.
Veränderung beginnt bei einer Bereitschaft zur Bestandsaufnahme und zur Wahrnehmung von Realitäten.
Weiterführende Links
Ich halte sehr viel von Feedback. Es zu erfragen, klärt viel, benötigt aber auch Rahmenbedingungen, Bereitschaft und Mut.
Positiv gesehen benötigen Umstände im Wandel einen neuen Typus von Leitungs-/Führungs-Kräften. Andreas Luca schreibt dazu in perspektive:blau unter dem Titel Führungskompetenz in der Netzwerkökonomie anregende Gedanken.
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