Sie verbringen viele Zeit und Energie in beruflichen Zusammenhängen.
Ich wünsche Ihnen,
dass es Ihnen in Ihrem Beruf überwiegend gut geht
dass Sie bei einer „Bilanz“ Ihrer beruflichen Zusammenhänge zufrieden sind
dass Sie Kolleg*innen gefunden haben, mit denen Sie sich pädagogisch austauschen können (vielleicht in einer Fallbesprechungsgruppe oder einer Gruppensupervision)
dass Sie mit Kolleg*innen vernetzt sind, mit denen Sie Ideen und Material austauschen können
dass Sie im Bedarfs- oder Konfliktfall auf ein vertrautes und gepflegtes Netzwerk zu Ihrer Unterstützung zurück greifen können.
Wenn Sie Unterstützung suchen oder der Beruf über eine längere Zeit keine Freude mehr macht, gibt es Möglichkeiten der Unterstützung und Wege der Veränderung: zum Beispiel in einer Supervision oder einem Coaching.
Ich empfehle Lehrerinnen und Lehrern immer wieder mit begründetem Nachdruck Gruppen zur Supervision oder zum Coaching
Lehrkräfte könnten sich nach meiner Beobachtung und Erfahrung Ihre Arbeit durch Kooperation und gegenseitige Anregung und Unterstützung angenehmer gestalten, als sie dies häufig tun
Oft gibt es schon Vorlagen für die Unterrichtsvorbereitung
Viele Lehrkräfte entwickeln jeden Unterrichtsinhalt neu. Es ist aber sicher anzunehmen, dass es schon entwickelte Unterrichtsentwürfe anderer Lehrkräfte gibt, die man austauschen könnte. Ganz sicher wird jede Lehrkraft sich neue Unterrichtsinhalte persönlich aneignen. Aber es ist wesentlich entlastender, sich eine schon erprobte Unterrichtsskizze anzueignen, als Unterrichtsentwürfe ganz neu zu entwickeln. Mir fällt es auch leichter, die Skizzen und Entwürfe einer Kollegin / eines Kollegen „zu kritisieren“ und aus der Abgernzung meinen eigenen Weg zu finden, als vor einem gänzlich leeren Ballt kreativ zu sein.
Ein funktierendes Ablage-System erspart viel Arbeit und Nerven.
Für Lehrkräfte sehr zu empfehlen: Gruppen-Supervision
Dort können Themen der Teilnehmenden individuell bearbeitet werden und gleichzeitig wird die unterstützende Wirkung einer guten Gruppe erfahrbar. Zur Ausschreibung einer Lehrer*innen-Gruppe.
Viele Lehrkräfte (Lehrerinnen und Lehrer, auch Dozentinnen und Dozenten) lieben ihren Beruf und sind glücklich.
Vielleicht sind manche
angestrengt, manchmal gesundheitlich gefährdet
zu einem typischen Einzel-Kämpfer-Arbeitsstil eingeladen
jenseits der fachdidaktischen Fragen alleine und haben wenig qualifizierte Austausch- und Unterstützungs-Gelegenheiten.
Ich wünsche allen Lehrkräften sichere Erfolge und Berufszufriedenheit, Entlastung und ein kollegiales Netzwerk zur Unterstützung und zum Austausch.
Meine Einfälle zum „Einzel-Kämpfer-Modell“
In den meisten Ausbildungen zu Lehrkräften spielen „Lehrproben“ in unterschiedlicher Form eine entscheidende Rolle. – Das kann bedeuten, dass die Erinnerung an unangenehme Erfahrungen dieser Art die Bereitschaft von Lehrkräften, sich bei der Unterrichtsarbeit beobachten zu lassen, deutlich gemindert hat. Genau dies erzählen mir viele Lehrerinnen und Lehrer (in Ausbildung oder auch langjährig erfahrene).
Herkömmlicher Unterricht wird fast ausschließlich von einer Lehrkraft alleine geleitet. – Da liegt der (Kurz-)Schluss nahe, ihn auch ganz alleine vorzubereiten.
Die Regulierungsdichte im Umfeld der Schule ist sehr hoch. – Im Unterricht wollen sich Lehrkräfte nicht auch noch nach anderen Personen – zum Beispiel an Kolleg*innen – orientieren.
Bei einer nicht unerheblichen Anzahl von Lehrkräften nehme ich eine Scheu wahr, „noch nicht ganz fertigen Unterricht“, also Unterrichtsideen, die noch weiter entwickelt werden können, an andere weiter zu geben oder diesen zu zeigen. – Im hoch verdichteten Alltag des Unterrichtens an Schulen (mit 25 bis 28 Wochenstunden Unterrichtsverpflichtung) ist es unmöglich, jeden Unterricht optimal vorzubereiten. Statt sich und anderen die gelegentliche Unsicherheit einzugestehen, wird diese vertuscht: „Es ist mir lieber, wenn mir beim Unterrichten niemand zuschaut!“, höre ich dann als typische Antwort auf meine Anfrage (zum Beispiel im Auftrag von Praktikantinnen und Praktikanten).
Aus meiner Sicht empfehle ich:
Lehrkräfte können sich wesentlich unterstützen, indem sie kooperieren und: > „kollaborativ“ Unterrichtsideen entwickeln > Material austauschen > sich über gelungene, aber auch „interessante“ oder schwierige Unterrichtssituationen kollegial beraten.
Lehrkräfte können ihren Stress reduzieren, in dem sie einander ihre Unsicherheit bei „noch nicht optimal vorbereitem Unterricht“ mitteilen und sich ab und zu emotionale und auch inhaltliche Unterstützung erbitten.
Wenn Lehrerinnen, Lehrer, Dozentinnen und Dozenten sich in Gruppensupervisionen wechselseitig unterstützen und unterstützen lassen, so können sie dabei – neben der Beratung ihrer „Fälle“ und Themen – ein Modell erfahren, wie sie sich wechselseitig stärken können. Darum schlage ich dieser Personengruppe nachdrücklich Gruppensupervision für Lehrkräfte vor. Da ich mich selbst als „Supervisor“ bezeichne, spreche ich von „Gruppen-Supervision“. In der Praxis biete ich – in Absprache mit der Gruppe – auch Elemente aus Coaching-Verfahren und auch Coachinggruppen an.
Ist eine sich wechselseitig unterstützende und kollegiale Haltung in der Gruppe (z.B. nach einer Supervision) eingeübt, kann in vielen Fällen auch eine kollegiale Beratung (ohne Leitung eines Coachs oder Supervisors) angeschlossen werden. Einen Vorschlag für einen hilfreichen Ablauf finden Sie hinter diesem Link.
In unterschiedlichen Arbeitsstellen, Arbeitsgruppen oder Teams habe ich in meinem bisherigen Arbeitsleben allermeist gute Erfahrungen mit einer gewollten und gepflegten Zusammenarbeit gemacht. Das nenne ich Kollegialität. In diesem Text möchte ich zur Erprobung kollegialer Arbeitsformen ermutigen. Meine Praxisbezüge und -beispiele beziehe ich dabei aus dem Lehrerberuf, den ich aktuell an einem beruflichen Schulzentrum in Freiburg ausübe. Sie können jedoch – so meine ich – ohne Probleme auf andere Bereiche übertragen werden.
Gemeinsam wirksam werden
Insbesondere in der Arbeit mit Gruppen oder der Leitung sind gemeinsame Eckpunkte und gegenseitige Unterstützung wesentlich und verstärken die Wirksamkeit.
Praxisbeispiel: Für die Leitung einer Klasse ist es offensichtlich nützlich, wenn die Lehrkräfte sich auf gemeinsame pädagogische Leitlinien verständigt haben und diese gemeinsam vertreten. Vom Einzelkämpfer*innen-Dasein möchte ich nachdrücklich abraten.
Gemeinsam angenehmer arbeiten
Bei Aufgaben mit kreativen Anteilen sind vielfältige Ideen und der Austausch derselben ohne Zweifel zielführend. Niemand muss das Rad neu erfinden und die Ideen zu teilen, kann vielfältig entlasten und macht die Arbeit angenehm.
Außerdem ist ein angenehmes Arbeitsklima stabilisierend. Humor und gemeinsames Lachen geht oft leichter zu mehreren und kann eine angenehme (Pausen-)Auszeit sein. (Für Sie getestet.)
Praxisbeispiel: Bei Unterrichts-Konzeptionen und Erstellung von Unterrichtsmaterial kann ein gemeinsames Brainstorming zu Beginn hilfreich sein. Man könnte sich arbeitsteilig bei der Ausarbeitung entlasten.
Gemeinsam widerstandsfähiger und gesünder bleiben
Wenn die Herausforderungen größer oder gar grenzwertig werden, ist ein kollegiales Umfeld und kollegiale Unterstützung wesentlich für
die Selbstreflexion in durch Sprechen
mentale Unterstützung
Suche nach mehr Lösungswegen
Praxisbeispiel: In vielen Gesprächen im Lehrer*innen-Zimmer werden anstrengende Situationen aus dem Unterricht kollegial nachbesprochen. Während des informellen Sprechens im wohlwollenden Rahmen wird den Vortragenden in der Regel schon ein wenig klarer erkennen, wo die Probleme liegen könnten. Durch die kollegiale Anteilnahme und Unterstützung – eventuell auch durch Anreicherung durch eigene Erfahrungen – werden alternative Verhaltensmöglichkeiten sichtbar.
Gemeinsam anspruchsvollere Aufgaben oder Konflikte bewältigen
Aus dem bisher formulierten ergibt sich für mich klar, dass für anspruchsvollere Aufgaben mehr als nur ein Kopf, eine Person, eine Idee oder eine naheliegende Handlungsmöglichkeit nötig sind. Gemeinsam kann eine höhere Qualität erreicht werden. Im Umgang mit Menschen kann die kollegiale Fallbesprechung, Feedback und oder auch kollegiale Kritik zur Professionalisierung führe.
Praxisbeispiel: Die Professionalisierung des informellen Austauschs – oft in Pausen – über herausfordernde und als problematisch erlebte Unterrichts-Situationen in einer Pädagogischen Fall-Besprechungsgruppe kann ich allen Lehrkräften nur empfehlen.
Das wunderbare Artikelbild stammt vom Team-Liebhaber und Photographen Nick Fewings on Unsplash. Herzlichen Dank!
erstellt am 10.04.2021; zuletzt leicht inhaltlich bearbeitet am 10.04.2022/19:46 Uhr; dysfunktionale Links korrigiert am 26.02.2026/10:49 h Drucke diesen Beitrag
Wie werden Kompetenzen gefördert und die wesentlichen Grundkenntnisse vermittelt?
Im Rahmen des Online-Kurses #OpenReli haben die Teilnehmenden die Aufgabe, beispielhaften Unterricht vorzubereiten.
Eine dauernde und große Frage für alle Lehrerinnen und Lehrer
Grundsätzlich schätze ich kollaborative Unterrichtsvorbereitungen, also kollegiale Zusammenarbeit und die daraus entstehende Vielfalt von Ideen, Materialien und Medien.
Oft komme ich nicht zu solchem Vorgehen. Aber immer, wenn ich mich dazu mit anderen verabredet hatte, ergab sich daraus auch Spaß und etlicher Gewinn.
Meine Vorstellung von kreativer, kollaborativer Vorbereitung von Unterricht im Überblick
Ein Klick auf das Bild sollte eine größere und besser lesbare Version ergeben.
Das vorgeschlagene Verfahren – Schritt für Schritt
Im Hintergrund habe ich ein bestimmtes Bild von Lehren und Lernen und dem daraus abgeleiteten Unterrichtskonzept (siehe Guter Unterricht)
1. Unterricht ist normalerweise zielgerichtet und unterliegt festgelegten Rahmenbedingungen
a) Bildungs- und Lehrpläne geben Inhalte, angezielte Kompetenzen und manchmal auch Verfahren vor.
b) Die Gruppe (Klasse oder Kurs) hat einen bestimmten Leistungsstand, setzt sich jeweils anders zusammen.
c) Die unterrichtende Lehrkraft hat bestimmte Ziele, wählt aus dem Pool der Inhalte jeweils typische Ziele aus. – Selbstverständlich ist genau hier schon eine sorgfältige Reflexion notwendig:
sind es immer die selben Ziele und Inhalte
warum?
Gibt es Entwicklungsbedarf?
2. Brainstorming – am besten kollaborativ
Hier ist Kreativität ohne Verwertungs-Zensor erlaubt und erwünscht.
Alle Einfälle werden unzensiert festgehalten. – Selbst ein Vertreter der handschriftlich schreibenden „Old School“, strapaziere ich hier meinen Füller und verwende viel Papier; Manchmal habe ich auch schon Mindmaps am PC erstellt und auch schon online-Texte (z.B. über titanpad)
Je mehr (unterschiedliche) Personen daran teilnehmen, umso reichhaltiger die Ausbeute. – Im aktuellen religionspädagogischen MOOC MenschWerden habe ich das seltene Vergnügen, mit ganz unterschiedlichen Kolleg/innen aus recht unterschiedlichen Regionen und damit auch unterschiedlichen Ansätzen und Vorlieben in einem virtuellen Arbeitskreis zusammen zu arbeiten: unterhaltsam, heraufordernd und sehr anregend.
Sollte ich keine Vereinbarungen mit Kolleg/innen zustande gebracht haben, so nehme ich mir für diese Phase oft mehrere Tage Zeit, damit ich selbst – sozusagen über die unterschiedliche Tagesstimmungen – mehrere Blickwinkel einbringen kann.
Oft lasse ich mich in dieser Phase auch von schon vorhandenen Unterrichts-entwürfen und -Materialien (von Kolleg/innen, aus Lehrbüchern und auch von online-Ressourcen, wie z.B. rpi-virtuell) anregen.
3. Eine erste Version des Unterrichts wird entwickelt.
Dazu habe ich mir Standard-Formulare erarbeitet, in die ich jetzt meine Skizzen am PC eintrage und sorgfältig (mit Versions-Nummer) archiviere:
Ich wähle Inhalte und Methoden aus
Ich verteile diese über den gesamten vorgesehenen Zeitraum (Unterrichtseinheit)
Schließlich plane ich einzelne (Doppel-)Stunden
Gewinnt die Einheit Gestalt, so überprüfe ich nochmals das Anspruchsniveau und die Methoden-Wahl auf Angemessenheit und Passung.
4. Die Stunde der Wahrheit: Erste Erprobung des neuen Entwurfs im Unterricht.
Oft mit großer Neugierde, wie die Schülerinnen und Schüler auf das neu erstellte Angebot reagieren, manchmal auch mit Spannung und/oder Nervosität wage ich die Praxis-Probe.
Je nach Gruppe kann eine kurze Feedback-Phase am Schluss wichtige Erträge für die weitere Verbesserung ergeben: Viele Anregungen für guten Unterricht verdanke ich meinen aufmerksamen Schülerinnen und Schülern.
5. Zweite, überarbeitete und verbesserte Version des Unterrichts-Entwurfs
Aus meinen eigenen und auch den Eindrücken einiger Schüler/innen ergeben sich in der Regel nach dem ersten Praxis-Test sinnvolle Nachbesserungen:
manche Zeiten hatte ich zu lange oder zu kurz eingeschätzt
manche Medien oder besonders Texte passen noch nicht hinreichend gut
gelegentlich wird auch deutlich, dass eine andere Reihenfolge von Unterrichtsschritten sinnvoller ist
…
6. Zweite Unterrichtspraxis
Diese Änderungen und Verfeinerungen arbeite ich in der Regel vor dem zweiten Durchgang ein.
Dazu habe ich zur Erinnerung oben rechts in meiner Unterrichts-Skizze ein Textfenster mit einer „to-do-list“ eingebaut.
Auch hier kann eine Frage ins kollegiale Netzwerk nach einem bestimmten Medium oder nach Erfahrungen mit ausgewählten Lern-Schritten nochmals hilfreich sein.
7. Kurzreflexion und Notizen zu möglichen Verbesserungen
Auch nach weiteren Unterrichten zu ausgearbeiteten Inhalten notiere ich jeweils in das Textfeld oben rechts „weitere Verbesserungsmöglichkeiten“. – Diese müssen nicht immer sofort umgesetzt werden. Aber die Notiz bewirkt oft eine Bewusstheit für einen Bedarf, so dass mir in den nächsten Wochen oder auch Monaten in der Regel einige Einfälle zuwachsen, die wieder dort eintrage.
8. Mit Kolleginnen und Kollegen teilen
Als Abschluss einer konzentrierten Phase der Unterrichtsvorbereitung brenne ich meinen letzten Unterrichtsentwurf auf CD-ROMs und gebe diese an die beteiligten Kolleg/innen und manche, die ich für eine Zusammenarbeit in der Zukunft gewinnen möchte.
Über Rückmeldungen und eine Diskussion freue ich mich.
Eine Kurz-Definition von unangenehmen Konferenzen:
Mehrere Personen sitzen – oft unter Zeitdruck – zusammen und haben eine Liste von Aufgaben (informiert werden, Meinung bilden, koordnieren und entscheiden) zu erledigen. –
Sehr viele Menschen haben ungute Erfahrungen mit Treffen dieser Art. Sie hätten am liebsten, diese wären schon wieder vorbei. –
Denken Sie bei „Konferenz“ auch an „Bremsscheibe“?
Ein Künstler aus Freiburg hatte mich vor einiger Zeit sehr beeindruckt: Er hatte aus Draht eine Konferenzgruppe gestaltet. – Als Tisch diente eine Brems-Scheibe.
Konferenzen können effektiv gestalten werden und machen dann sogar Spaß!
Konferenzen werden dann effektiv und gut, wenn
sie die angemessene Arbeitsform sind, weil eine gemeinsame Arbeit erforderlich ist
sie gut vorzubereitet wurde [nochmals wichtiger, wenn es online-Konferenzen sind]
sie klug und stringent moderiert werden
ungute Stimmung vermieden wird
die Aufgaben sachgerecht und effektiv erledigt werden
sie Ergebnissebringen, die auch festgehalten und weiterverwendet werden und so eine Bedeutung haben.
Selbst beteilige ich mich gerne an gut vorbereitet und effektiv geleitete Konferenzen, weil so notwendige Meinungsbildungen, Absprachen und Entscheidungen sinnvoll zusammen bearbeitet werden können.
Leider habe ich auch immer wieder erlebt und erlitten, dass sinnlos Zeit und Energie von vielen Menschen “verbrannt” wurde, weil unnötige, nicht gut vorbereitete oder wirkungslose Konferenzen durchgeführt wurden.
Ich empfehle …
1. Immer die Grundfrage zu beantworten: Ist die Konferenz überhaupt notwendig und angemessen?
Reine Informationen oder Einzeleinschätzungen können angenehmer und zielgerichteter eingesammelt oder verteilt werden über
früher hätte man einen Aushang gemacht, heute gibt es dafür auch digitale Formen
Rundbrief oder E-Mail
Intranet-Information oder ein
Umfrage-Tool
2. Beziehen Sie die Teilnehmenden durch rechtzeitige Information mit ein.
Für Meinungsbildungs- und Entscheidungsprozesse kann es häufig sinnvoll und notwendig sein, dass die betroffenen Personen sich in einem [virtuellen] Raum versammeln. Informieren Sie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor der Konferenz
über die Themen
über die Ziele (Information, Meinungsbildung oder Entscheidung?)
über bereits vorhandene Vorinformationen (Geschichte der Frage, frühere Entscheide, Teil-Ergebnisse, Vor-Entscheidungen der Leitung, Modelle)
3. Auch methodische Gedanken sind für die Konferenzvorbereitung sinnvoll.
Mit welchem Verfahren soll das Ziel erreicht werden?
In welcher Zeit?
Mit welcher Moderation? (Sehr entlastend und klärend kann es sein, wenn die Moderation von inhaltlichen Interessen getrennt handeln kann.)
Wie können die Konferenz-Teilnehmer/innen einbezogen, eventuell aktiviert werden? (Z. B. in die Vorbereitung, durch Sammlung und Gewichtung der Punkte, durch Trend-Umfragen…)
Manchmal sind auch neue Rahmenbedingungen hilfreich: Warum nicht mal an Stehtischen tagen oder in einer festgefahrenen Diskussion die (steh- oder Sitz-)Plätze tauschen, um andere Blickwinkel zu gewinnen?
Welche Punkte sind dramaturgisch sinnvoll für den Anfang, welche für später?
4. Ergebnisse zu erreichen und diese auch in einem Ergebnis-Protokoll mit verbindlichem Überprüfungszeitpunkt festzuhalten.
Was sind die wesentlichen Ergebnisse? Eventuell kann dies auch in der Sitzung selbst einvernehmlich festgestellt werden, um spätere Interpretationsstreitigkeiten des Ertrages zu vermeiden.
Wer macht was bis wann (evtl. wie)?
Bitte unbedingt festlegen: Wann wird wie überprüft?
5. Schließen Sie grundsätzlich mit einer Kurz-Auswertung ab und etablieren Sie so eine lernende Grundhaltung.
Was war hilfreich?
Was war hinderlich?
Was soll darüber hinaus auf jeden Fall nicht vergessen werden?
Diese höchstens fünf Minuten immer nach jeder Aktion als Routine einzuführen, ist ein sehr mächtiges Instrument zu einer lernenden und Frustration vermeidenden Kultur. Sonst passiert es Ihnen, dass dieselben ungünstigen Vorgehensweisen ständig wiederholt werden. Solche frustrierenden Wiederholungen führten – sehr zuverlässig –zu schlechter Stimmung und fallender Arbeitszufriedenheit. (Merke: Man kann Menschen nicht motivieren, das können sie nur selbst; allerdings kann man Menschen der wirksam demotivieren!) Das sollte nach Möglichkeit vermieden werden.
Hilfsmittel zum Download, Links und Anregungen zur Vertiefung
Für Ihre effektive Konferenz-Gestaltung schlage ich Ihnen hier zwei vorbereitete Formulare vor und biete diese zum kostenlosen herunterladen (Download) an:
Formular zur vorbereitenden Sammlung von Tagesordnungspunkten – mit der Aufforderung, sich schon bei der Anmeldung von Konferenz-Punkten auch Gedanken über Ziel, Methode, Zeitbedarf und mögliche Moderator/innen zu machen (Word-Datei, 26 KB – für Ihre Zwecke angleichbar)
Protokoll-Formular (Word-Datei, 32 KB – für Ihre Zwecke angleichbar) Wenn Sie ein fortlaufendes Dokument pflegen, können Sie über die Suchfunktion leicht frühere Arbeiten und Ergebnisse auffinden.
Weitere Hilfen
Wenn Sie als Leitung (z.B. als Klassen-Lehrer/in oder Teamleitung) mit Ihren Konferenzen und oder Elternabenden Unterstützungsbedarf haben sollten, könnten Sie sich in einer kollegialen Beratung, einer Gruppensupervision oder in einem Coaching unterstützen lassen.
Die meisten Beraterinnen und Berater raten ihren Klienten zu Synergie und Qualität fördernden Vernetzungen. Da liegt die Erwartung nahe, dass gute Beraterinnen und Berater sich ebenfalls vernetzt haben: Zu kollegialer Anregung und Kontrolle, zu fachlichen Diskursen und zum gemeinsamen Vertreten wichtiger berufspolitischer Inhalte.
Die Umwelt der Arbeit und der Freizeit der Menschen wird immer mehr vernetzt.
Das ist schon ein Allgemeinplatz: Moderne Arbeitsfeldern werden immer komplexer – alles ist mit anderen Faktoren und Subsystemen vernetzt.
Diese Zunahme der Komplexität findet sich auch im Freizeit- und Erholungsbereich der arbeitenden Menschen. (Vielleicht ist ein Teil der gefühlten Zunahme an Komplexität auch durch eine genauere Erfassung und unsere Wahrnehmung bedingt.)
Die Zunahme der Komplexität kann man auch als Zunahme des Grads der Vernetzung beschreiben.
Insgesamt werde moderne Wissensgesellschaften immer häufiger als komplexe Netzwerke beschrieben und gedeutet.
Komplexe Strukturen werden gut von vernetzten Berater/innen beraten.
Um komplex zusammenhängende Strukturen (Organisationen, Systeme) gut beraten zu können, benötigen die beratenden Personen umfangreiche Kenntnisse, Fertigkeiten und Intuitionen. Eine solide Berater/innen-Ausbildung ist dazu ein Grundstock, reicht aber vielfälltig nicht mehr aus.
Hier kommt kollegiale Kompetenz-Netzwerke ins Spiel: Was ich selbst nicht mehr durchschaue, wo ich selbst Fragen und Unsicherheiten habe, berate ich mich mit kompetenten Kolleg/innen und lasse mich von deren Einfällen, wissen und Verfahren unterstützen.
Manche Projekte sind auch sinnvoll, im Team von Berater/innen zu begleiten.
Berufsständige Vernetzung von Supervisor/innen
Die schweizer Kolleginnen und Kollegen haben sich bereits 1976 als Berufsverband zusammengeschlossen, des heutigen BSO – Berufsverband für Supervision, Organisationsberatung und Coaching. Mehr Informationen unter: http://www.bso.ch
Seit 1988 gibt es den kollegialen Zusammenschluss der FVS, Freiburger Vereinigung von SupervisorInnen e. V. Hier haben sich Supervisorinnen und Supervisoren aus dem Großraum Freiburg zu gemeinsamer Fortbildung, Berufspolitik und gemeinsamem Marketing zusammen geschlossen. Der Verein gibt regelmäßig eine Art Branchenbuch für Supervisor/innen rund um Freiburg heraus und betreibt eine Website mit Berater/innen-Suchmaschine: http://www.supervision-freiburg.de Hier bin ich als Mitglied im Leitungsteam engagiert.
Dieses Jahr im Mai feiert die DGSv – Deutsche Gesellschaft für Supervision – ihre zwanzigjährige Gründung.
Dieser große Berufsverband vertritt hohe Ausbildungs- und Berufsstandards und engagiert sich für die Weiterentwicklung der Profession. Mehr erfahren Sie hier: http://www.dgsv.de Hier engagiere ich mich als Sprecher der DGSv-Regionalgruppe Freiburg.
Kontrollsupervisionen und Intervisions-Gruppen
Die Berufsverbände verpflichten ihre Mitglied zu Mindestandards.
Ein solcher Standard ist die Ausübung der Profession „nach den Regeln der Kunst“, also auf der Höhe der Theorie-Entwicklung und der bewährten Praxis. Dies bedeutet auch fachliche Kontrolle dies Anspruchs an die eigenen Beratungs-Arbeit.
Für die Qualitätssicherung von Supervisoren und Coachs haben sich Intervisions- oder Kontrollsupervisions-Gruppen bewährt:
regelmäßige Treffen unter Leitung eines Supervisors (Kontrollsupervision) oder kollegial geleitet (Intervision)
fachlicher Austausch über die Beratungsfälle
die Fälle sind anonymisiert, d. h.Vertraulichkeit ist garantiert
Mich selbst unterstützt meine Intervisionsgruppe bei kniffligen Fällen und regelmäßig bei der Überprüfung meiner Beratungs-Angewohnheiten (Ja, auch die gibt es!).
„Beratung“ ist ein viel zu gerne verwendeter Begriff.
Alltäglich „beraten“ wir uns gegenseitig. Jeder weiß Rat oder hat wenigstens eine klug gemeinte Frage, die den Weg zur Lösung nahe legen soll.
Fast in allen Branchen wird aus dem altbekannten Verkäufer oder der Verkäuferin in neuer Sprachregelung ein „Berater“ oder eine „Beraterin“.
Zweifellos enthalten gute Verkaufsgespräche auch beratende Anteile – oder sie sind keine gute Kundengespräche. – Aber ist es darum sinnvoll, diese Leute gleich „Beratende“ zu nennen?
„Professionelle Beratung“ ist sinnvoll!
Tatsächlich sind viele Menschen immer wieder ratlos.
Besonders in beruflichen Zusammenhängen, die zunehmend als unüberschaubar und belastend erlebt werden und für viele auch bedroht erscheinen, fehlen Orientierung und Wegweisung.
Angesichts ständiger Wandlungs- und Angleichungsprozessen gibt es einen erhöhten Bedarf an Beratung und Begleitung von Veränderungsprozessen, Weiterqualifizierung und – im weitesten Sinne – Lernprozessen von Einzelpersonen, Teams und ganzen Unternehmen.
Konkrete Herausforderungen für Beratungen
Wo die Verständigung zwischen Kolleginnen und Kollegen oder auch zwischen Leitungen und Mitarbeiter/innen schwierig geworden sind, kann Supervision oder Coaching hilfreich sein und die Kultur der Verständigung in einem Unternehmen fördern.
Wenn Beschäftigte unter Überforderung leiden und die Krankheitsrate dies widerspiegelt und als zu hoch bewertet wird, kann Supervision und Coaching mit Betroffenen und Leitungskräften Wege zu Entlastungen eröffnen.
Klassisch war Supervision schon lange im sozialen Bereich eingeführt und hat sich als Fall-, Team- und Leitungs-Supervision bewährt, damit Sozial- und Pflege-Berufe dauerhaft qualifiziert arbeiten konnten.
Häufiger kommen Fragestellungen hinzu, die mit dem hohen Tempo von Veränderungen, Innovationen und dem globalisierten Marktdruck zu tun haben: Wie kann ein Team oder auch ein Unternehmen die Fähigkeit zu kreativen Lösungen, verbesserter Zusammenarbeit und Ressourcen schonendem Handeln erlernen? Oft ist dies eine Überlebensfrage für Abteilungen oder auch ganze Unternehmen.
Schließlich sind Fragen der persönlichen Entwicklung und Weiterqualifizierung in einer mediatisierten Arbeitswelt Themen, die in einer Supervision oder einem Coaching bearbeitet werden können.
Nachhaltigere Herausforderungen für Supervision:
Berufstätige entlasten
chaotische Eindrücke ordnen und einordnen
professionelle Qualität sichern und – bei Bedarf -entwickeln
Erfolge sichern oder in zukünftige Erfolge investieren
Viel zu selten werden Supervisionen auch zur Qualitäts-Entwicklung eingesetzt: Dann kann nicht mehr nur an Defiziten und Problemlagen sondern auch an Erfolgen, Zielen und Möglichkeiten und deren Weiterentwicklung und Sicherung gearbeitet werden. – Langfristig scheint mir dies eher ein Erfolgsrezept!
Wenn ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin eine neue Aufgabe übernimmt, ist zu wünschen, dass man die neue Fachkraft einlernt. Oft haben die Anstellungsträger dafür aber zu wenig personelle Kapazitäten oder finden diese Einarbeitung nicht notwendig. Besonders bei leitenden Funktionen wird eine gründliche Einarbeitung leider oft unterlassen. In jedem Falle finde ich ein „Sparen an der Einarbeitung“ eine krasse Fehlentscheidung. – Hier kann dann eine Supervision oder ein Coaching sinnvolle Unterstützung bieten.
Angesichts diese erste Auflistung von Anlässen und Möglichkeiten für Beratungsbedarf wird niemand ernsthaft bestreiten, dass hier gut ausgebildete und erfahrene Fachkräfte benötigt werden. – Gut ausgebildete und kollegial vernetzte Supervisor/innen haben sich in Fachverbänden (z.B. BSO und DGSv) zusammen geschlossen, um die Qualität Ihrer Arbeit zu sichern und zu dokumentieren und die eigene Profession weiter zu entwickeln.
Weiterführende Links
Dieser Artikel ist der Beginn einer neuen Reihe zur „Profession der Supervision“.
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