Unterricht nach erschütternden Gewalttaten

Zusammenfassung

Manche Themen sind existentiell und drängen sich für den Unterricht auf:
z. B. Terror, Gewalt und wie wir damit umgehen können: Lohnende Herausforderungen.

Manche Themen sind aktuell und dringend.

Kaum jemand kann sich der Diskussion nach großen, terroristischen Verbrechen entziehen. So auch nach den blutigen Verbrechen von Paris am Abend des 13. November 2015.

Regelmäßig können solche Themen im Unterricht – auch im Religionsunterricht – angesprochen werden.

Meine Skizze für einen Unterricht

  1. Gefühls- und Interessenlagen austauschen
  2. Sichern, welche Informationen schon verfügbar sind
  3. Unklarheiten und Lücken füllen und dabei offene Fragen festhalten
  4. Entscheidung, in welcher Richtung die Interessenlage der Gruppe geht, und in welchen Schritten der Unterricht geplant ist.
  5. Kritisches und nachdenkliches Unterrichtsgespräch
  6. dazwischen eventuelle Recherche-Phasen
  7. eventuell ein selbst sorgfältig ausgwählter Impuls
  8. Zusammenfassung und Ergebnissicherung

wenige Hinweise

zu 2.: Viele Schülerinnen und Schüler wissen Teile der Nachrichtenlage, andere kennen nur Überschriften, manche sind schon sehr umfassend informiert.
Hier versuche ich, herauszufinden, was die Gruppen schon wissen, und Langeweile durch Wiederholungen zu vermeiden.

zu 5.: Mein Ziel ist es, die vielen selbstverständlichen Schnell-Schlüsse, Bestätigungen vor Vorurteilen oder auch vorgefasster Verschwörungstheorien zu erschüttern, in dem ich regelmäßig nachfrage, woher jemand etwas weiß und wie diese Informationen oder Einschätzungen bewertet werden können. Das ist Arbeit, lohnt sich aber.

zu 7.: Bin immer wieder erstaunt, wie schnell Journalisten und andere – je nach Bedarf – zu „Experten für …“ werden.
Immer achte ich auch auf den Aspekt der Selbstvermarktung. Auch dies kann man im Unterricht reflektieren.

zu 8.: Eine Herausforderung. Sinnvoll, um zu bündeln und – vielleicht – auch, um weitere offene Fragen und Klärungsbedarf festzuhalten.

Meine Erfahrungen

Manche Gruppen winken schnell ab:
  • Das Thema geht ihnen zu nahe.
  • Sie haben schon zwei Unterrichtsstunden dazu gearbeitet und wollen dringend einen Themenwechsel.
Viele Gruppen sind dankbar:
  • Endlich darf der innere Druck ausgesprochen werden.
  • Ein emotional aufgeladenes Thema wird zum Unterrichtsgegenstand.
  • Wenn es gelingt, die Atmosphäre einer gemeinsamen Suchbewegung zu gestalten, kann eine entdeckende Haltung und ein respektvoller Umgang mit unterschiedlichen Bewertungsideen entstehen. Die endgültige Entscheidung bleibt bei den Schülerinnen und Schülern. Dass man sie so ernst nimmt, schätzen sie.
  • Die Begrenzung auf eine Doppelstunde wird von vielen als erträgliches Maß und als Chance, sich auch wieder zu distanzieren, wohlwollend angenommen.
Die Recherche-Kompetenz der Schüler/innen ist oft ausbaufähig!

Sätze wie „Hab ich im Internet gelesen.“ und „Habe ich im Fernsehen gesehen.“ und auch die Ergebnisse nach 10 bis 15 Minuten Recherche-Phase zeigen mir, dass wir Lehrkräfte hier noch einiges zu tun haben: Recherche-Routinen müssen beigebracht und eingeübt werden. Tun wir es!

Welche Erfahrungen haben Sie?

Ganz sicher bin ich nicht der einzige, der sich über Unterrichtsformen in solchen Situationen Gedanken macht.

Bitte teilen Sie Ihre Erfahrungen mit mir und meinen Leser/innen – über einen Kommentar oder einen Verweis auf diesen Text im eigenen Lehrer/innen-Blog. Danke.

Einige, weiterführende Links

erstellt am 19.11.2015; zuletzt bearbeitet am 4.04.2019       Drucke diesen Beitrag Drucke diesen Beitrag

Sprechen Sie grundsätzlich bei Abschieden!

Zusammenfassung

Immer bei Personalwechsel – und besonders bei Abschieden entstehen Möglichkeiten, grundsätzlich zu sprechen.
Nach meiner Erfahrung tut das den Wechselnden und den Zurückbleiben gut.

Manchmal werden Abiturreden grundsätzlich und visionär.

Die einen sind launisch, die meisten sind eher kurz und manche sind es wert, in Zeitungen abgedruckt und gelesen zu werden.

So auch die Rede nach dem Abitur von Felix Hoffmann „Lasst uns gemeinsam die Welt gerecht formen!“ (veröffentlicht am Do, 03. Juli 2014 auf badische-zeitung.de).
Ich verstehe Felix Hoffmann so, dass er sich gegen die gleichmachende Tendenz und die erfahrene Demotivation auspricht und letztendlich die Vision von einer Weltgestaltung – entgegen den ausgedrückten Worten – doch nicht ganz aufgegeben hat. Darum fordert er am Schluss seiner Rede ja auch das Engagement seines Jahrgangs und der Zuhörenden ein.

Spannend sind auch die Kommentare zum Redetext.

Solange es Persönlichkeiten gibt, die über die eigene Lebensoptimierung hinaus auf die Herausforderungen für das Ganze schauen, wird mir nicht dauerhaft bange. – Dafür hat Herr Hoffmann meine Anerkennung.

Und dass diese Rede in Freiburg diskutiert wird, ist meiner Meinung nach eine Qualitätsaussage. – Sicher kann man unterschiedlicher Meinung sein – gut, wenn darüber Gespräche geführt werden!

Auch bei anderem Personalwechsel entstehen Gelegenheiten.

Jemand verlässt ihren Arbeitsplatz, ein anderer wechselt die Abteilung und wieder jemand anderes geht in Rente oder Pension.

Immer bei solchen Gelegenheiten entstehen Gelegenheiten für grundsätzliche Aussagen und orientierende Reden.

Besonders bedeutsam finde ich diese Gelegenheiten beim Abschied aus der beruflichen Arbeit:

  • Eine erfahrende Person spricht und kann den Zurückbleibenden Anteil an den eigenen Nachdenklichkeiten geben.
  • Ideal ist, wenn auch im Berufsalltag Ehrlichkeit möglich und erwünscht ist; jetzt kann man diese tatsächlich üben und wagen.
  • Besonders von Führungspersönlichkeiten kann man reflektierte Abschiedsreden erwarten.

Weiterführende Links

erstellt am 3.07.2014;
zuletzt inhaltlich bearbeitet am 17.07.2014       Drucke diesen Beitrag Drucke diesen Beitrag

Mit Freude unterrichten und lernen (Profession Lehrkraft – 12)

Kurzfassung:
Hier geht es um Lehrkräfte
und Ihre Freude am Beruf

Der Lehr-Beruf kann sinnvoll und schön sein;
er ist vielfältig und fordert die Person.
Darum sind bestimmte Haltungen hilfreich
und ein bewusster Umgang mit Erwartungen, Erlebnissen und den möglichen Anstrengungen.
Besonders die Frage nach Reflexion und Gleichgewicht zwischen Anforderung und Erholung ist zentral für eine fortdauernde Freude am Unterrichten.

Ein schöner und sinnvoller Beruf

Junge Menschen bei der persönlichen Entwicklung, Bildung und der fachlichen Ausbildung zu begleiten, also zu unterrichten und zu erziehen, ist die Aufgabe der Lehrerinnen und Lehrer.

Wer gerne mit und für Menschen arbeitet und an der Vermittlung von Inhalten auf dem jeweilig angepassten Verständnis-Niveau Freude hat, wird auch den Reiz des Berufs der Lehrerin / des Lehrers nachvollziehen und ihn sinnvoll finden.

Unterrichten ist Beziehungsarbeit

Unterricht geschieht meistens im Klassenverband (normalerweise circa 20-33 Personen), das heißt mit vielen Menschen.

Er gelingt, wenn sich die Beteiligten gegenseitig schätzen oder zumindest respektieren. Dies ist nur mit einem persönlichen Einsatz der Interaktionspartner zu erreichen.

Dabei hat die Lehrkraft auch soziale Prozesse (z.B. Gruppendynamik in den Klassen/Kursen) so zu steuern, dass die förderliche Lern-Atmosphäre möglich wird und gewahrt bleibt.

Von der Lehrkraft wird souveräne Gelassenheit erwartet.

Ziele der Schule sind persönliche und inhaltliche Lernprozesse

Schulisches Lernen und Unterricht bedeutet, die Schülerinnen und Schüler anzuregen, Interesse zu entwickeln und Fragen zu stellen. Dafür ist die Lehr-Person ein wesentliches Medium: Zeigt sie sich interessiert an der Lebens- und Verständnis-Welt der kindlichen, jugendlichen und jung-erwachsenen Schülerinnen und Schüler?

Wenn die Schüler/innen dann Interesse entwickelt haben, benötigen sie begleitende Unterstützung bei der Beantwortung ihrer Fragen und Lern-Interessen.

Schließlich ist es den vielfältigen Lernprozessen förderlich, wenn regelmäßig ausgewertet wird:

  • Was wollten wir erreichen?
  • Was haben wir erreicht?
  • Welche Fragen bleiben offen und wo könnten diese bearbeitet und beantwortet werden?
  • Was war hinderlich für das gemeinsame Lernen?
  • Was war hilfreich/fördernd?

Schulsysteme sortieren und bewerten

Jede Schulart hat ihr Ziel und die Schülerinnen und Schüler bekommen am Ende (eines Schuljahres oder einer Schulart) eine Bewertung, ob und wie sehr sie diese Ziele erreicht haben.

Auch dies gehört zur Aufgabe der Lehrkraft: bewerten und Stärken, Grenzen und Entwicklungsbedarf zurückmelden.

Hohe persönliche Profil-Anforderungen an gute Lehrkräfte

Unterrichtshandelnistgeplant,vorbereitetundkonzept-orientiert.

Es ist hilfreich, wenn hinter den Einzel-Stunden oder -projekten ein Gesamt-Konzept steht, welches – neben der Steuerung, Gewichtung und Auswahl der beispielhaften Lehr-Inhalte – auch der Reflexion dienen kann.

Hilfreiche Fähigkeiten und Ressourcen

  • kommunikative Persönlichkeit
  • an Menschen und deren erfolgreichem Lernen interessiert
  • strukturiert, organisiert (fähig zur Planung, Ordnung und Übersicht)
  • gelassen und belastbar
  • selbstreflexiv und kooperativ
  • lernbereit (bereit zu Reflexion, zu kollegialem Feedback und Fortbildung)

Life-Work-Balance

So schön der Beruf auch sein mag, so anstrengend kann die hohe Anzahl der Kontaktpersonen, Heterogenität der Gruppen, Projektionen, hohe Lautstärke, 45-Minuten- oder 90-Minuten-Rhythmen, gesellschaftliche Eingebundenheit und vieles mehr sein.

Daher gehört zur Professionalität der Lehrperson auch eine kluge Kräfte-Verteilung und Planung einer leistbaren Belastungskurve im Laufe eines Schuljahres.

Konkret lauten die Fragen dann zum Beispiel:

  • Gibt es Entlastung durch „kollaborative Unterrichtsvorbereitungen“?
  • Wie wird ein Unterrichtstag und wie die unterrichtsfreie Zeit strukturiert?
  • Wann sind Pausen und Reflexions-Zeiten sinnvoll und nötig?
  • Wie werden „anstrengende Erlebnisse“ verarbeitet und eingeordnet?
  • Wie werden Erfolge gewürdigt, das heißt gefeiert?

Kollegiale Beratung
und Coaching- oder Supervisions-Gruppen unterstützen

Der kollegiale Austausch in der Berufsgruppe kann entlasten, anregen und Lösungsansätze entwickeln helfen. Darum ist kollegiale Beratung zu empfehlen.

Oft geschieht sie informell in den Lehrer*innen-Zimmern oder auch „zwischen Tür und Angel“. An manchen Schulen haben sich auch schon Gruppen für kollegiale Fallbesprechungen etabliert.
(Ein bewährter Vorschlag steckt hinter diesem Link; pdf; 75 KB.)

Für die systematische Weiterentwicklung der Professionalität der Lehrerinnen und Lehrer dienen Coaching- oder Supervisions-Gruppen: Aus Aufgaben und Erfahrungen Einzelner werden Herausforderungen und Anreize zur Reflexion und zum Wachstum für die anderen. Eine ausgewiesene Supervisorin oder ein Supervisor steuert den Prozess und gibt Ideen und Anregungen „von außen“ in die Gruppe.
Mein Angebot: Gruppensupervision mit Coaching-Elementen für Lehrer/innen

Weiterführende Links

Viel Freude an einem wunderschönen und herausfordernden Beruf!

entwickelt im September 2013;
zuletzt leicht ergänzt am 14.11.2025 Drucke diesen Beitrag Drucke diesen Beitrag

nach der Arbeit auswerten und neue Ziele setzen (Schule verbessern – 6)

Zusammenfassung

Gegen Ende des Schuljahres können Klassen, Kurse und auch Teams von Lehrerinnen und Lehrern und auch Einzelne auf das Schuljahr zurück blicken und

  • sich über Erfolge freuen
  • Misserfolge benennen und nach Vermeidungsmöglichkeiten suchen
  • die eigenen Ziele überprüfen
  • schon einmal erste Ideen für die nächsten Ziele formulieren
  • die eigene Lerngeschichte pflegen
  • und Erfolge und den Abschluss feiern.

Alle freuen sich auf die Ferien.

Gegen Ende des Schuljahres sind viele Schülerinnen und Schüler – aber auch Lehrerinnen und Lehrer – vor allem müde und froh, dass eine Pause und die Möglichkeit zur Erholung folgen werden.

Das nahende Ende des Schuljahres ist ein günstiger Zeitpunkt.

Mit diesem Text empfehlen ich, sich etwas Zeit und Energie für einen sorgfältigen Rückblick auf das zu Ende gehende Arbeitsjahr/Schuljahr, die Klassen und Gruppen, die Unterrichtsverläufe, die schwierigen Situationen und auch die Erfolge zu werfen.

Wer reflektiert, muss die Fehler nicht wiederholen und findet die Unterschiede zwischen Erfolg und Misserfolg.

Nach meiner Erfahrung gibt es wenig Übung oder Routine, nach getaner Arbeit auch noch zu schauen, ob wir die Ziele erreicht und die Wege sinnvoll gegangen sind.

Oft genügt eine kurze konzentrierte Zeit, um

  • sich an die Ziele zu erinnern
  • sie mit dem aktuellen Stand zu vergleichen
  • eine Einschätzung für Zufriedenheit, Erfolg oder Misserfolg zu gewinnen
  • sich auszutauschen.

Wenn diese Reflexionsergebnisse auch noch festgehalten werden, ist eine gute Grundlage für die Weiterentwicklung gelegt.
Wenn Gruppen darin eingeübt sind, gelingen solche Reflexionen ohne große Mühe, sind diese Auswertungen eher unbekannt, bedarf es zur Einführung etwas Kraft und Wille.

Wer seine Ziele bewusst hat, wird sie eher erreichen.

Die alte Segler-Weisheit, nach der jemand ohne Kurs/Ziel mit keinem Wind etwas anzufangen weiß, gilt wohl auch für viele Bereiche des Lebens und des Arbeitens: Wenn ich meine Ziele formuliert habe und mir klar bin, woran ich erkennen kann, ob ich in der angestrebten Richtung unterwegs bin, wird auch eher dorthin kommen.

Darum rate ich dazu, sich Ziele zu setzen und diese schriftlich festzuhalten.

Weiterführende Links

erstellt am 4.07.2013; zuletzt bearbeitet am 13. Juli 2013       Drucke diesen Beitrag Drucke diesen Beitrag

danken macht glücklich

Zusammenfassung

Herbst ist die Zeit der Feste:
Zum Beispiel feiern die Winzer ihre Ernte und freuen sich über den Ertrag.
Auch die anderen haben sicher etwas, wofür sie lernen können, zu danken.

Die traditionellen Feste sind mehr als Folklore

Im Jahreskreis der bäuerlichen Erzeuger hatten die Erntefeiern ihren festen und sinnvollen Platz: Die schwere Saison der Arbeit ging zu Ende.
Daraus entwickelten sich sinnenfrohe Feste, die bis heute in unsere arbeitsteilige und weit vom bäuerlichen Leben entfernten Zeit noch gerne gefeiert werden.

Die christlichen Festkalender legen die Erntedankfeste anfangs des Monats Oktober. In dieser Tradition wird daran erinnert, dass die Menschen zwar arbeiten, ja schuften können, das Gelingen aber von größeren Zusammenhängen abhängt und oft unverfügbar ist. Folgerichtig wird dann gedankt, dass sich Erfolg eingestellt hatte. – Letztlich findet man immer etwas, wofür man danken kann.

Nehmen wir die Anregung auf: Wofür können wir danken?

Auch vom Grunde her kritische Menschen können Aspekte in ihrem Leben finden, für sie danken können oder wollen.
In meinem Falle bin ich zutiefst dankbar für

  • meine Familie
  • einen schönen Beruf mit vielen angenehmen und kompetenten Kolleginnen und Kollegen
  • Freunde
  • Gesundheit
  • die schöne Landschaft, in der wir leben dürfen
  • das immer wieder empfundene Gefühl, dass mein Leben Sinn hat.

Wenn Sie selbst sich überlegen, was es in Ihrem Leben gibt, wofür Sie dankbar sind:
Was finden Sie?
Wem können Sie Dank aussprechen?

Dankbarkeit kann zufrieden machen.

Nach meiner Erfahrung übersehen wir im alltäglichen Getriebe, zwischen den vielen Verantwortlichkeiten und Tätigkeiten diese Anlässe für Dank, Genuss und Zufriedenheit.

Weil wir die Anlässe für den Dank nicht sehen, können wir das gute Gefühl dazu nicht entwickeln und spüren.

Die Aufmerksamkeit auf diese Punkte zu lenken, für die wir danken können, kann unseren Blick auf unsere Welt verändern; sie kann den Zeiger der Gesamtstimmung mehr in den positiven Bereich drehen. (Es geht dabei nicht um Schönfärberei und Anpassung. Im Gegenteil kann ich, wenn ich die Anlässe für den Dank weiß, schärfer auch die Problemlagen erkennen!)

Dank kann motivieren

Wenn Sie etwas mit anderen zusammen erreicht haben, so kann ein Dank an diese Kooperationspartnerinnen und -partner sehr motivieren und – auf jeden Fall – Freude machen:
„Danke für die gelungene und erfolgreiche Zusammenarbeit
und Ihre Aufmerksamkeit für … !“
Das freut, lässt die Arbeitsbeziehung wachsen und macht den Erfolg und die Anteile daran ausdrücklich und damit sichtbar.
Letztlich fördert es die Zufriedenheit der Beteiligten.

Herzlichen Dank an meine Familie, Lehrer und Kolleginnen und Kollegen für Anregungen und kritische Begleitung

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erstellt am 7.10.2012; zuletzt bearbeitet am 9.10.2012       Drucke diesen Beitrag Drucke diesen Beitrag

Lösung entwickeln – Theorie U (Wandel lernen – 5)

Zusammenfassung

Wenn unsere Bemühungen, eine Aufgabe zu lösen, fortdauernd scheitern,
helfen „mehr vom selben“, also noch mehr Anstrengungen sicher nicht.
Dann ist ein Wechsel der Aufmerksamkeit und des Handlungsansatzes sinnvoll.
Hier wird ein Weg dazu skizziert: „Theorie U“ nach Otto Scharmer, MIT.

Aktionsforschung als Hintergrund

Herr Dr. Scharmer lehrt am Massachusetts Institute of Technology (MIT) und untersucht Veränderungsprozesse. Am selben Ort arbeiteten auch schon Kurt Lewin, Peter Senge und Edgar Schein.

Das Neue und Phasziniernde an Otto Schamer und seinem Modell „Theorie U“

Für mich als geistes- und sozialwissenschaftlich Interessierten ist die eigentümliche Sprache und die darin abgebildete Verbindung ganz unterschiedlicher Zugänge eröffnend:
Es geht zum Beispiel um

  • Öffnung des Denkens, Fühlens und des Willens
  • Reflexion unserer Wahrnehmungsart
  • Mitgefühl (Empathie)
  • Kontext-Erweiterung über die „Öffnung des Herzens“ (Liebe)
  • Anwesenheit und Fühlen (presencing)
  • den Kontrollverlust wagen
  • Stille aushalten
  • kollektive Interessen erspüren
  • die konkrete kreative Gestaltung in Versuchshandlungen (und damit Lernen in Aktion)

Einführende Darstellung von Theorie U

In einer kurzen Einführung (11 Minuten Clip) stellt Bernd Oestereich das Modell für Veränderungen anschaulich und verständlich dar:

Herzlichen Dank an Bernd Oestereich für die Anregung und die Zusammenfassung.

Weiterführende Links

erstellt am 14.10.2011; zuletzt inhaltlich überarbeitet am 2.11.2011;
dysfunktionale Links zuletzt entfernt am 17.11.2025       Drucke diesen Beitrag Drucke diesen Beitrag

Der Wandel ist notwendig (Wandel lernen – 1)

Zusammenfassung

Viele Sicherheiten und bisherige Gewissheiten werden zur Zeit fraglich. Der Wandel der Rahmenbedingungen hat ein atemberaubend hohes Tempo erreicht. Bisher vertraute Lösungsansätze zeigen keine ausreichende Wirkung mehr.

Zusätzlich trauen sich Verantwortliche nur selten, ihre Wahrnehmungen, Bewertungen und Lösungsansätze klar auszusprechen. Folglich schwindet Vertrauen, denn viele Menschen spüren, dass man ihnen die Wahrheiten nicht mehr sagt.

Eine neue, gewandelte Umgangsweise mit den wichtigen Themen der Menschen ist notwendig.

Ansätze für einen „großen Wandel“ sind erkennbar.
Wir können diese Ansätze stärken: Kleine Schritte von Vielen in die neue Richtung können eine lange andauernde Wirkung erzeugen.

Mit diesem Artikel beginne ich eine neue, thematische Reihe zum „großen Wandel“.

Die Menschen spüren die vielen Unstimmigkeiten und offenen Fragen.

Immer mehr Menschen spüren, dass unsere Art zu leben, zu wirtschaften und mit unserer Umgebung umzugehen, in Sackgassen führt. Viel besprochene Stichworte dazu sind:

  • Umwelt- und Klimakrise
  • Hypotheken-, Banken- und Wirtschafts-Krise
  • Schwindendes Vertrauen in Politiker/innen und ihre Lösungsfähigkeiten
  • fortdauernder Schwund an Anerkennung von Institutionen
  • Zweifel an einer faire Regelung von Ausgleich und Solidarität
  • mehr und mehr auch Nachdenklichkeit und Veränderungsimpulse im Persönlichen

Große politische Fragen werden zur Zeit nicht zufriedenstellen geklärt:
Unser Handeln schädigt das Öko-System der Erde: Klima-Krise

Mitte Dezember sucht eine große und hochgradig besetzte Konferenz zur Klima-Problematik in Kopenhagen nach verbindlichen Verabredungen zum Schutz des Welt-Klimas. Aber die eingeübten Politik-Rituale verhindern einen qualitativen Sprung und am Ende kam eine politische Absichtserklärung heraus, die für viele Interessierte niederschmetternd arm an Substanz ist. Zudem wurde diese Erklärung vom Plenum der Konferenz nur „zur Kenntnis genommen“, ist also nicht verbindlich. Und die Probleme werden wieder nicht ausgedrückt sondern verkleistert oder verkleidet.

Große wirtschafts-politische Fragen bleiben ungeklärt:
Welche Wirtschaftordnung wollen wir in Zukunft?

Auch die zukunftsweisende Konsequenzen aus der Hypotheken-, Bank- und Wirtschaftskrise kann ich nicht erkennen. Eher scheint das gewohnte und eingeübte Verhalten nach den Erschütterungen wieder rekonstruiert zu werden und wir leben alle weiter, wie vorher – bis zur nächsten Krise.

Die Frage, wie immer weniger Menschen mit ihrer Erwerbsarbeit immer mehr ältere Menschen nach deren Erwerbsphase versorgen und wie die Kranken- und Pflege-Kassen die neuen Herausforderungen bewältigen sollen, ist meiner Wahrnehmung nach ungeklärt.

Jene, die es wagen, die Offenheit dieser Fragen anzusprechen, werden lächerlich gemacht oder der Schwarzmalerei bezichtigt.

Die Antwort wird aber nicht gegeben.

Die Frage nach Gerechtigkeit ist nicht geklärt:
Viele fühlen sich ungerecht behandelt.

Die Frage nach der Gerechtigkeit in unserer reichen Wissens-Gesellschaft wird zur Zeit nicht zufriedenstellen beantwortet.

Immer mehr Menschen arbeiten in mehreren „Beschäftigungs-Verhältnissen“ und haben immer noch zu wenig.
Die EU hat ein Kampagnen-Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung ausgerufen. Bisher hatte ich davon nichts wahrgenommen. Nun – im März 2010 – erfahre ich per Zufall davon.

Andere Teile der Gesellschaft haben schlicht so viel, dass sie unmöglich verbrauchen können, was sie besitzen.

Angesichts dieser immer schärfer klaffenden Schere zwischen Armen und Reichen fühlen sich diejenigen, die weniger haben, als für ein menschenwürdiges Leben notwendig ist, ungerecht behandelt. (Quelle: Eine aktuelle Studie des DIW, siehe Wochenbereicht 24/2010 – pdf)

Die Viel-Besitzenden fühlen sich ebenso ungerecht behandelt, wenn sie zusätzlich belastet werden sollen.

Alternative Konzepte, wie ein bedingungsloses Grundeinkommen, werden mehrheitlich nicht ernsthaft diskutiert.

Dass die Frage nach einer gerechten Verteilung der Lebensmöglichkeiten und damit die Frage nach der Verteilung des objektiven Reichtums bislang ungelöst ist, liegt sicher auch daran, dass ernste Alternativen nicht oder nicht ausreichend diskutiert werden.

Auch hier fehlt der Mut, einmal ehrlich zu sagen, dass die lohnabhängige Besteuerung und die lohnabhängige Absicherung der Sozialsysteme sicher in eher kürzerer als längererer Frist nicht mehr funktionieren wird.

Der Mangel an mutigen und klaren Aussagen führt zu Vertrauensverlust.

Wenn Menschen die Erfahrung machen, dass man ihnen die Wahrheit vorenthält, ziehen sie daraus ihre Schlüsse: Sie verlieren das Vertrauen.

So hat eine aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung ein starkes Misstrauen gegenüber den Politiker/innen ermittelt. eine Pressemitteilung der Stiftung fasst wichtige Punkte zusammen und die Studie „Vertrauen in Deutschland“ vom Dezember 2009 finden sie hier (als download, pdf, 2,1 MB).

Diskutieren Sie mit!

Selbstverständlich bin ich nicht der einzige, der sich über diese Vorgänge und die not-wenigen Wandlungen Gedanken macht.

Vielleicht haben Sie Interesse, Ihren Beitrag dazu zu schreiben. – Über Kommentare und Rückmeldungen freue ich mich.

Bei Gelegenheit werden weitere Beiträge zu dieser Reihe folgen.

Weiterführende Verweise und Links

  • Nachricht vom ernüchtend kleinen Ergebnis der großen Konferenz
  • Bewertung durch den Klimaforscher Peter Lemke im Interview der Süddeutschen Zeitung vom 19.12.2009
  • Die Pressemitteilung der Bertelsmann-Stiftung zu einer Studie mit dem frappierenden Ergebnis, dass 70 Prozent der Deutschen das Vertrauen in Politik und Wirtschaft verloren hätte.
  • Eine Studie der DGSv, des SFI und der TU Chemnitz zeigt, dass Wachstumsbeschleunigung und Finanzhifen alleine nicht hinreichen, sondern Vertrauensbildung und kooperative Führung hilfreich wären.
  • Ein erster Ausblick auf die vielen Veränderungen, die es geben kann, gibt Stephan Magnus in „Abenteuer Zukunft“. (Danke für diesen erneut hilfreichen Tipp an Gunnar Thörmer.)
  • Dieser Text gehört zur thematischen Artikel-Reihe „Wandel lernen“ [zur Übersicht geht es hier]

erstellt am 23.12.2009; zuletzt inhaltlich bearbeitet am 20.10.2011;
dysfunktionale Links entfernt am 17.11.2025       Drucke diesen Beitrag Drucke diesen Beitrag

frei entscheiden – Profession Supervision 6

Zusammenfassung

Entscheidungs-Freiheit möchten viele selbstbewusste Menschen für sich erreichen. – Diese Freiheit lockt und hat einen Preis: Wir werden verantwortlich für unsere Entscheidungen. Dies bedeutet – je größer die Auswahl ist – auch eine größere Mühe und ein größeres Risiko zu scheitern.
Supervision und Coaching können komplexe Entscheidungen begleiten und die notwendige Umsetzungsschritte unterstützen.

Wahlfreiheit wird vielfach und vielfältig angestrebt.

Im privaten Bereich (Freizeit, Hobby oder Familie) und auch im Beruf schätzen die meisten Menschen, wenn sie eine Auswahl treffen können: Wahlfreiheit gilt als eine erstrebenswerte Möglichkeit. Aus ihr heraus können wir uns selbst als Handelnde empfinden. Darum schätzen viele die Wahlfreiheit.

Wer gestalten möchte, wer mitentscheiden möchten, wie sie/er leben will und wie ihre/seine Umgebung aussehen soll, benötigt die Möglichkeit zur Auswahl.

In Herausforderungen hilft es, aus mehren Möglichkeiten auswählen zu können.

In Konflikten, Konfrontationen oder Entscheidungssituationen wird es allgemein als sehr viel angenehmer erlebt, wenn wir aus mehreren Möglichkeiten auswählen können.

Aus Sicht des Supervisors kann ich nur nachdrücklich dazu raten, sich mehrere Handlungsmöglichkeiten zu erarbeiten. Andernfalls entsteht eine Art „Automatismus“ im Handlungsablauf – oft mit einer Tendenz zur Verschärfung oder gar zur Entweder-Oder-Struktur.

Die Freiheit, zu entscheiden, kann auch als anstrengend empfunden werden.

Mit zunehmender Möglichkeit, sich zu entscheiden, entsteht auch eine Art von Entscheidungs-Zwang. Dies kann als anstrengend erlebt werden.

In der Fach-Literatur wird diese Erscheinung auch unter dem Begriff „Modernisierungs-Falle“ behandelt:
Weil wir die Wahl-Möglichkeit haben, müssen wir auch entscheiden.
Weil wir entscheiden können, sind wir auch in vollem Umfang für eine vielleicht nicht optimal getroffene Wahl verantwortlich.

Freiheit bedeutet Verantwortlichkeit;
das ist der Grund,
warum die meisten Menschen sich vor ihr fürchten.

George Bernard Shaw: Das war Bernard Shaw

zitiert nach www.zitate-aphorismen.de

Wie können wir unterscheiden, ob wir uns für mehr Wahlfreiheit oder innerhalb gegebener Rahmenbedingungen mit „kleinerer Freiheit“ engagieren wollen?

Im einen Fall werden wir eingeladen, uns gegen rigide oder als unmenschliche empfundene Bedingungen in Gesellschaft und Arbeit zu wehren: wir engagieren uns für mehr Freiheit oder einen höheren Beteiligungsgrad.

Im anderen Fall kann es auch sein, dass wir uns dafür entscheiden (!), Bedingungen zu akzeptieren und – in von irgendwo anders her bestimmten Rahmenbedingungen – den verblieben Spielraum zur Auswahl von Haltungen und Handlungen zu gestalten.

Die Unterscheidung, wann eine Wahl-Möglichkeit unbedingt gefordert werden soll und wann des angemessener und realistischer erscheint, die Rahmenbedingungen zu akzeptieren und innerhalb des Rahmens dann zu gestalten, ist eine schwer wiegende Unterscheidungsfrage und wahrscheinlich nur mit viel Lebens-Erfahrung zu entscheiden.

Supervision und Coaching fördern die Analyse.

Supervision und Coaching sind Gelegenheiten, Situationen gründlich zu betrachten, Faktoren zu beschreiben, Zusammenhänge zu finden und darzustellen.

Sie regen zur Nachdenklichkeit und einer Suchbewegung im Verständnis von Situationen an.
Aus diesen Analysen und Verstehens-Versuchen ergeben sich neue Blickwinkel.

Supervision und Coaching fördern die Fähigkeit, zu unterscheiden.

Die schon beschriebene Frage „Wann ist ein Einsatz für mehr Wahl-Möglichkeiten und wann eine Sich-Einrichten mit den vorgegebenen Rahmenbedingungen sinnvoll?“ bedarf in jedem gewichtigen Falle einer sorgfältigen Prüfung, wollen wir nicht zu konformen Pragmatikern, ja Opportunisten werden.

Es gilt einen Standpunkt zu finden zwischen einem fortdauernden, auszehrenden Aufbegehren gegen alles und jeden und einer habitualisierten Anpassung an jede Situation.

Manche wachen Autoren regen an, auch aktuelle Kultur- und Selbst-Techniken sorfältig zu durch-schauen. Sie finden beispielsweise hinter so hilfreichen Instrumenten wie Zeitplanung und Ziel-Management die Verlockung, in „vorauseilendem Gehorsam“ schon Selbstbeschneidung und Anpassungsleistung zu vollbringen, die früher strenge Vorgesetzte und wilde Ausbeuter nicht fertig gebracht hätten. (Stichwort „Gouvernementalität“, z.B. in: Bröckling, Krasmann, Lemke: Gouvernementalität in der Gegenwart. suhrkamp: Frankfurt am Main, 2000)

Supervision und Coaching unterstützt, die Anzahl der Möglichkeiten zu erhöhen.

In Supervision oder Coaching wird häufig nach dem ethischen Imperativ von Heinz von Foerster verfahren:

„Handle stets so, dass die Anzahl der Möglichkeiten wächst.“

Der gelernte Physiker und Kybernetiker hat das systemische Denken wesentlich angeregt. So hat er auch regelmäßig darauf verwiesen, wie wesentlich unsere Wahrnehmung für unsere Konstruktionen von Wirklichkeit sind.

Supervision und Coaching begleiten den Auswahlprozess.

Wenn mehrere Möglichkeiten der Haltungen und möglichen Handlungen gefunden sind, wird sinnvollerweise eine Auswahl stattfinden. Diesen Klärungsprozess kann Supervision oder Coaching begleiten.

Supervision und Coaching kann den Umsetzungsprozess nach einer Wahl unterstützen.

Nach der Entscheidung folgt die Aufgabe, diese in Handlungsschritte – auch gegen Widerstände anderer und eigener, älterer Gewohnheiten – umzusetzen.

Weiterführende Links

zur Text-Reihe zur Profession der Supervision

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erstellt am 6.11.2009;
zuletzt inhatlich bearbeitet am 14. Oktober 2025;
dysfunktionale Links korrigiert am 19.11.2025      Drucke diesen Beitrag Drucke diesen Beitrag

Ein kabarettistischer Blick auf die Bildungspolitik

„Bildung ist eine wichtige Aufgabe
– für die Zukunft!“

In Sonntagsreden kann man diesen oder ähnliche Sätze immer wieder hören.

Ich erlebe, dass die Rahmenbedingungen für die Bildung, für Kindergärten, Schulen und Ausbildungen – entgegen allen schönen Versprechungen in Sonntags-Reden – leider ausgesprochen unterfinanziert sind. Vieles scheint bei der Verteilung der Mittel dann doch noch wichtiger als Schule und Bildung zu sein.

Manchmal hilft Humor oder ein kabarettistischer Blick.

Ich hoffe auf ein – hoffentlich auch irgendwie – befreiendes Lachen oder wenigstens Schmunzeln von Ihnen.
Nach der Entspannung können Sie vielleicht besser und wollen dann auch unter nachweislich ungünstigen Rahmenbedingungen pädagogisch arbeiten.

direkt zu Youtube

Oder: Mein zweiter Tipp!

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erstellt am 25.09.2008,
zuletzt am 1.10.2025 leicht bearbeitet (Links aktualisiert).       Drucke diesen Beitrag Drucke diesen Beitrag