Entscheiden Sie sich für Ihre zuversichtliche Resilienz

Sinn entsteht immer dann,
wenn Menschen das, was sie tun,
mit dem in Verbindung bringen,
was ihnen wichtig ist.

Viktor E. Frankl

Viele, immer dringlicher werdende Krisen

Im Herbst 2021 häufen und bündeln sich bei mir die Wahrnehmungen vielfältiger globaler Krisen und ich erkenne dabei eine wachsende Dramatik:

  • Biodiversität
  • Klima
  • Corona
  • Legitimation von Institutionen und auch Staaten
  • Hass-Äußerungen und Fake-News
  • Wachsende Ungerechtigkeit

Die Dringlichkeit wird übersehen und Lösungsschritte nur versprochen, statt umgesetzt.

Manche Krisen-Wahrnehmungen werden sicher durch die interaktivere und digital getriebene Kommunikation verstärkt, manchmal auch verzerrt oder verkürzt.

Dramatisch erscheint mir nicht nur die Vielzahl, sondern ich erkenne auch ein fatales Muster: Die Menschheit, die politischen Leitungen und auch wir Einzelnen haben offensichtlich größte Mühe, Auswirkungen komplexer Zusammenhänge über längere Zeit vorherzusehen, Handlungsmöglichkeiten abzuleiten und uns dann für die beste zu entscheiden.
Auf langen Aushandlungswegen gehen häufig verbindliche Entscheidungen für konkrete Handlungen verloren. Stattdessen werden Meinungen und Ankündigungen veröffentlicht und der Medien-Circus zeigt sich beeindruckt, zufrieden, vielleicht sogar begeistert. Genau das beobachtete ich bei der Klimakonferenz in Glasgow: Wieder wurden konkrete Lösungs-Handlungen gescheut und dann vertagt.

Für Einzelne sind diese komplexen Herausforderungen unlösbar.

Leider habe ich weder für mich persönlich noch für größere Zusammenhänge Lösungen anzubieten.

Mir scheint, Einzelpersonen können das einfach auch nicht ändern. Die Lösung liegt wesentlich in politischen Weichenstellungen.
So übe ich mich im gelassenen Ansprechen und Aushalten.

Verzweifeln ist keine Option

Andererseits: Verzweifeln ist keine Option für mich! Solange ich handlungsfähig bin, werde ich mich für ein sinnerfülltes Leben entscheiden wollen. – In diesem Zusammenhang hat mich Viktor E. Frankl – der Athlet der Bewältigung von Sinnkrisen – beeindruckt und darum zitiere ich Ihn hier zu Beginn dieses Textes.

Für mich ergeben sich daraus zwei Bereiche für meine Aufmerksamkeit:

1. Sinnvolles Handeln kann helfen – in der Krise und mir selbst

Das vor uns liegende, christliche Weihnachtsfest kann dazu ein Fingerzeig sein:

„Das Geheimnis der Weihnacht besteht darin,
dass wir auf unserer Suche nach dem Großen und Außerordentlichen
auf das Unscheinbare und Kleine hingewiesen werden.“ (unbekannter Autor)

Ich engagiere mich in ausgewählten Bereichen persönlich, achte auf meinen eigenen „ökologischen Fußabdruck“ und versuche meinen kleinen Einflussbereich sinnvoll zu nutzen.
Gelegentlich engagiere ich mich auch politisch.

Handeln – auch im Kleinen – hilft mir, mit der oft ausweglos wahrgenommenen Situation klarzukommen und kann ich darum auch anderen weiterempfehlen.

Niemand ist zur „lebenslangen Pflege der Probleme“ verpflichtet.
Dazu hatte ich auf twitter am 3.02.21 einen Gedanken gefunden:

Bei guter Pflege halten hochwertige Probleme ein Leben lang.

2. Selbstfürsorge

Ich pflege sorgsam meine Fähigkeit, gesund zu bleiben, mich berühren zu lassen und dabei nicht in Sinn- oder Mutlosigkeit zu ertrinken. Fachsprachlich wird diese Fähigkeit als Resilienz bezeichnet.

Dazu hatte ich letztes Jahr geschrieben: Bitte sorgen Sie für sich, Lichtblicke und Gelassenheit (28.11.2020)

Neulich habe ich auf twitter dazu einen weiteren Gedanken geschrieben:

Gute Wünsche

Von Herzen wünsche ich gute Adventszeit, sinnerfüllte Weihnacht, einen erholsamen Jahresausklang mit vielen aufbauenden Kontakten, stabile Gesundheit und einen zuversichtlichen Start ins neue Jahr mit mancher sinnvollen Handlung.

Weiterführende Links

entwickelt im November 2021;
zuletzt einen Link verändert am 26.02.2025       Drucke diesen Beitrag Drucke diesen Beitrag

Bitte sorgen Sie für sich, Lichtblicke und Gelassenheit! Danke.

„Gelassenheit ist eine anmutige Form des Selbstbewusstseins.“

Marie von Ebner-Eschenbach (1830 – 1916, österreichische Erzählerin, Novellistin und Aphoristikerin. Quelle: Ebner-Eschenbach, Aphorismen, 1911.
Der Hinweis auf diesen Aphorismus stammt aus meinem Anregungsnetzwerk twitter von Nico: https://twitter.com/ichbewusst/status/1290578814079324160?s=20 (4.08.20. Danke)

Unterbrechungen helfen

Besonders in spannenden, manchmal überspannten, in jedem Falle anstrengenden Zeiten sind Auszeiten, Erholung und Abstandnehmen aus eingeübten Reiz-Reaktions-Mustern notwendig. In solchen Unterbrechungen können wir die Perspektive wechseln, uns auf Neues einlassen und durchstehen, was uns herausfordert.

Ein paar Anregungen zur Selbstfürsorge

– für mich selbst und andere – sammle ich hier in meinem schon traditionellen Impuls zu Beginn der Adventszeit 2020:

  • Ruhe suchen und Pausen finden
    (Anregungen, Kontakte, Medien ausschalten und auf mich selbst – vorzugsweise meinen Atem – konzentrieren und spüren. Manchmal kann es auch sinnvoll sein, Nachrichtensendungen oder ein bestimmtes Dauerthema für einige Zeit „stumm zu schalten“).
  • Natur aufsuchen und genießen.
  • Dankbar wahrnehmen, was gelingt, wir zustande bringen und haben
    (oft übersehen wir, an was wir uns gewöhnt haben: Wohnung, Heizung, gesundes Essen, relative Gesundheit, Freunde, Friede, politische Stabilität, Freiheiten etc.).
  • Mal wieder ein Feuer oder eine Kerze anzünden.
  • Sich jeweils genau mit einem Thema nach dem anderen oder einer Tätigkeit nach der anderen beschäftigen.
  • Ein gutes Buch finden und lesen.
  • Bewusst Musik hören und/oder auch musizieren.
  • Perspektivenwechsel: Der andere könnte auch recht haben!
    (¯\_(ツ)_/¯ oder: sich nicht in eine Position „verbeißen“)
  • Einen traditionellen Brief von Hand schreiben.
  • Das Tempo und den Perfektions- oder Qualitäts-Anspruch etwas herunter­nehmen und dabei freundlich zu sich selbst, den Arbeitskolleg*innen und dem privaten Umfeld werden.
  • Mit mir wichtigen Personen Kontakt pflegen.
  • Immer mal bemerken, wofür ich dankbar sein kann und auch immer mal wieder „Danke!“ sagen/schreiben.

gute Wünsche

Sehr wünsche ich Ihnen einen guten Jahres-Ausklang mit „berührenden“ Kontakten, gute Gesundheit und einen glücklichen Start ins neue Jahr.

Mein Wunsch an Sie/Dich: Sagen Sie Danke / sage Danke.

Weiterführende Links

Wenn jemand noch weitere Ideen hat – sehr gerne als Kommentar posten.

zuletzt bearbeitet am 4.12.2020       Drucke diesen Beitrag Drucke diesen Beitrag

Als Hobby-Webmaster erfolgreich

Geschafft!

Das neue Online-Verzeichnis von dgsv-anerkannten Supervisor*innen rund um Freiburg ist fertig.

Vor 30 Jahren hat sich der Verein FVS zur Förderung der Supervision zusammen geschlossen. Jahrzehnte lang wurden die Verzeichnisse der Berater*innen gedruckt. Jetzt gibt es dieses Verzeichnis nur noch online – und immer aktuell.

Meine aufwändige Arbeit war es heute, die Auswahlkriterien zu aktualisieren:

Arbeitsplatz mit drei offenen Bildschrimen

voller Einsatz mit drei Geräte: Input; Arbeitsbildschirm und Dokumentation nebeneinander
Mir macht so etwas Freude. Meine Kolleg*innen aus dem Verein sind froh, dass sie jemand haben, der das „Gefrickel“ auch noch mit – wenigstens zeitweiser – Begeisterung bewältigt.

Jetzt ist es allerdings gut: Mein Bedarf an Webmasteraufgaben für diese Woche ist gedeckt.
Und ich bin stolz, soweit gekommen zu sein.

Danke auch an die Dienstleister von der Internetagentur NOVA in Karlsruhe für Ihre tolle Arbeit. Die Zusammenarbeit hat Spaß gemacht und war erfolgreich.

erstellt und zuletzt bearbeitet am 3. Mai 2019 / 11:41 h       Drucke diesen Beitrag Drucke diesen Beitrag

Blickweisen: Die Ernte des Nebels

Tagelang lag über dem Freiburger Westen eine zähe Nebeldecke.

Viele fanden das Wetter ungünstig und besonders für die Silvesternacht lästig, weil die Feuerwerkskörper dann nur eingeschränkt zu sehen wären.

Am ersten Tag des neuen Jahres zeigte sich dann für ein paar Stunden
die Ernte des Nebels:

Blick über den Opfinger Baggersee im Nebel auf vereiste Bäume

Kommt offenbar auch auf den Blickwinkel und die Interessen an, wie wir wahrnehmen und bewerten.

erstellt und zuletzt bearbeitet am 2. Januar 2017       Drucke diesen Beitrag Drucke diesen Beitrag

(Wandel lernen – 9)

Zusammenfassung

Im Alltags-Autopilot konsumieren Viele (ich auch) Vieles und Vielfältiges und entscheiden dabei oft nicht bewusst, auch zu verdauen.

Selbst entdecke ich gerade (wieder) die Chance der Unterbrechung oder Pause und der bewussten Entscheidung zur Selbst-Steuerung.

Gewöhnlich konsumiere ich viel.

Wenn ich meine Umgebung und mich selbst beobachte, nehme ich wahr: Viele (zumindest die Mehrheit – mich eingeschlossen) arbeiten und konsumieren viel, ja zu viel und können oft nicht verdauen, was wir uns aus dem reichhaltigen Angebot alles „einverleiben“ und anschauen.

Das geschieht oft ohne bewusste Entscheidung.

Dabei ermüden unsere Entscheidungskräfte angesichts einer überwältigenden Vielfalt und der Dauerverfügbarkeit, so dass eine Änderung nicht einfach erreicht werden kann. Der große Vordenker Peter Drucker stellte dies in einen größeren Zusammenhang und schrieb:

„In einigen Jahrhunderten, wenn die Geschichte unserer Zeit aus einer längerfristigen Perspektive geschrieben wird, werden die Historiker wahrscheinlich weder die Technologie noch das Internet oder den E-Commerce als wichtigstes Ereignis betrachten, sondern die große Veränderungen der Lebenssituation. Zum ersten Mal hat eine erheblich, schnell wachsende Zahl von Menschen die Freiheit zu wählen. Zum ersten Mal müssen sie sich selbst managen. Und darauf ist unsere Gesellschaft in keiner Weise vorbereitet.“

(zitiert nach A. Förster/P. Kreuz: Nein; 36 – zitiert hier Stephen R. Covey: Der 8. Weg)

NEIN hat Konjunktur.

Die Fähigkeit, zu unterscheiden und auch einmal „NEIN!“ zu sagen, wird in diesem Zusammenhang wichtig. Dass Steuerung bei der Selbst-Steuerung beginnt, ist nicht neu, aber immer noch zutreffend. Darauf macht das schon zitierte Vordenkerpaar Anja Förster und Dr. Peter Kreuz in Ihrem Werk NEIN aufmerksam.

Manchmal benötigen wir Freiraum vor Neuem.

Manches Mal muss auch erst die Möglichkeit und der Raum für Nachdenken, Steuern und Entwicklungen geschaffen werden, in dem Gewohntes und Vertrautes einfach gelassen wird.

Über diese Idee einer persönlichen oder auch institutionellen „Entsorgung“, frei nach P. Drucker/Malik hatte ich schon in einem früheren Text einmal geschrieben.

Ich schätze auch Zeiten des Verarbeitens.

Es geht mir hier nicht um Kulturpessimismus oder Abwertung der Medien. Ich schätze die Anregungen über vielfältige mediale Kanäle. Andererseits bemerke ich eine wachsende Sehnsucht nach ungestörtem Nachsinnen, Reflektieren, Meditieren und dann auch Konzipieren. Nach meiner Erfahrung bedarf es der störungsarmen Verarbeitungsphasen, damit ich kreativ sein und auf neue Ideen oder Ansätze kommen kann.
Eine Pionierin der Programmierkunst, Grace Murray Hopper (1906 – 1992), macht allerdings schon auf die Beharrungskräfte aufmerksam und meinte sinngemäß: The most dangerous phrase in the language is, „We’ve always done it this way.“ [Die gefährlichste Redewendung ist „Das haben wir schon immer so gemacht!“]

Ich möchte regelmäßig prüfen, ob ich auf meinem Pfad bin.

So sehe ich die Herausforderung, immer wieder aus dem Autopilot-Modus des gewohnheitsmäßigen Konsums auszusteigen und zu prüfen, ob wir auch verdauen und verarbeiten oder uns vorwiegend unterhalten lassen. Sollte das der Fall sein, könnten wir die unterhaltende Aufnahme von „Neuem“ unterbrechen – und uns entscheiden und selbst steuern.

Advent und die Zeit des Jahreswechsels bergen Chancen.

Der kommende Advent und die Jahreswende können dazu Einladung für persönliche Klausuren sein.

Ganz besonders die Zeit zwischen den Weihnachsfeiertagen und Neujahr hat sich für meine Überrpüfungen als geeignet erwiesen.

Weiterführende Links

  • Kabarettistisch hat Marc-Uwe Kling das NEIN-Sagen mit seinem Spruch „Das steht auf meiner Not-To-Do-Liste!“ in seiner Känguru-Triologie und dem zugehörigen Spiel umgesetzt. – Warum nicht eine eigene not-do-do-list erstellen?
  • Die inspirierende Leitseite von Anja Förster und Dr. Peter Kreuz: www.foerster-kreuz.com

erstellt am 22.11.2016; zuletzt bearbeitet am 18.05.2017       Drucke diesen Beitrag Drucke diesen Beitrag

Dieses Jahr fiel der Erntedank-Sonntag direkt vor den Welt-Lehrertag.

Ein Glas Milch und eine Schale Jogourt zwischen Obst und Gemüse

Was hat das eine mit dem anderen zu tun?
– Gibt es eine Verknüpfung oder Verbindung?

Für mich schon.

Ich bin für meinen Lehrer-Beruf dankbar.

Ich bin dankbar, einen sinnvollen und schönen Beruf ausüben zu können: Mit Heranwachsenden an deren Bildung und Ausbildung mitzuwirken, macht mir Freude und ich genieße, eine so offensichtlich sinnvolle Erwerbsarbeit ausüben zu können.

Ich schätze die Möglichkeit, mit jungen Menschen an deren Themen (und auch Problemen) arbeiten zu können und so auch persönlich herausgefordert zu werden.

Schließlich bin ich dankbar für die Gestaltungsspielräume, die ich als Lehrkraft habe.

So wünsche ich den Kolleginnen und Kollegen Lehrkräften:
Freude am Unterrichten

Weiterführende Links

erstellt am 5.10.2015; zuletzt bearbeitet am 9.10.2015       Drucke diesen Beitrag Drucke diesen Beitrag

Stimme bewusst einsetzen (Profession Lehrkraft – 18)

Zusammenfassung

Zum Welttag der Stimme

Für einen guten Unterricht sind Lehrpersonen auf eine gesunde und leistungsfähige Stimme angewiesen. – Bewusster Einsatz und Stimm-Hygiene sind darum wichtige Bestandteile professioneller Selbstfürsorge für Lehrende.

Lehrkräfte sind auf ihre leistungsfähige Stimme angewiesen.

Die meisten Lehrerinnen und Lehrer sagen, dass sie ohne ihre Stimme nicht unterrichten können:

  • moderieren, Zusammenhänge und Aufgaben darstellen
  • zur Aufmerksamkeit auffordern und disziplinieren
  • rückmelden, unterstützen und ermutigen
Wlet-Stimm-Tag-Logo oder WVD-Logo

Ich habe auch – im seltenen Ausnahmefall – schon „stimmlos“ unterrichtet und die gesamte Kommunikation mit der Klasse schriftlich über die Projektion stattfinden lassen. Das ist tatsächlich nur im äußersten Ausnahmefall zu empfehlen.

Der Welttag der Stimme – international: WVD – ist Anlass, über einen bewussten und pfleglichen Umgang mit der eigenen Stimme im Unterricht zu bloggen.

Steuern Sie die Belastung Ihrer Stimme.

Besonders belastend für die Stimme einer Lehrkraft sind

  • laute (große, methodisch ungeübte oder undisziplinierte) Klassen
  • lange Lehrervorträge in unruhiger Umgebung
  • dauernder Frontal-Unterricht, d.h. alles Unterrichtsgeschehen läuft über die Kommunikation mit dem Lehrer

Schon bei der Planung von Unterrichtstagen kann man darauf achten, eine Häufung solcher Situationen an einem Tag oder in einer Woche zu vermeiden: So kann z.B. Wissensinput auch über Medien (Lehrfilme, Informationsblätter oder Recherche-Aufgaben an die Schüler/innen) organisiert werden. Oder eine Aneignungsphase darf auch einmal als Gruppenarbeit mit anschließender Fragerunde zu den wenigen verbliebenen Unklarheiten geplant werden.

Schonung und Pflege der Stimme sind sinnvoll.

Viele Lehrkräfte schätzen ihre stimmliche Belastung als sehr hoch oder gar zu hoch ein (siehe auch Stimmt die Stimme, stimmt die Stimmung. In: PÄDAGOGIK 6’13 ).
Wenn die Stimme sich angestrengt anfühlt, brüchig oder gar heißer wird, soll dringend gehandelt werden.
Ich empfehle dringend, kompetenten Rat einzuholen:

  • Musikmediziner/innen
  • HNO-Fachärzt/innen
  • Stimm- und Atem-Therapeut/innen

Singen wird von den Kundigen immer wieder empfohlen: Singen macht Freude und pflegt Ihre Stimme, wenn sie eine sinnvolle Technik haben.

Zur Schonung der Stimme können auch Aufwärm- oder Ausgleich-Übungen gehören.

Ein bewusster Einsatz der Stimme senkt die Belastung Ihrer Stimme langfristig:

Setzen Sie Ihre Stimme ganz bewusst und behutsam ein.

Es gibt einen unguten Schwingkreis zwischen lauter Umgebung und lauter werdender Stimme der Lehrerinnen und Lehrer. Dieser teuflische Wettbewerb wird mit hoher Wahrscheinlichkeit zu stimmlichen Problemen führen. Vielleicht nicht in den ersten Berufsjahren, langfristig aber dann doch.

Ich experimentiere mit Muster-Unterbrechungen, z.B.:

  • absichtlich immer leiser sprechen, wenn die Gruppe lauter wird
  • oder auch abwarten, bis die Gruppe aufnahmebereit ist und erklärtermaßen nicht gegen den Lärm der anderen Redenden ansprechen.

Lärmende Gruppen können auch als kritisches Feedback an den Unterricht gedeutet werden.

Wenn die Kurse oder Klassen dauernd laut sind, stelle ich mir als Lehrkraft die Frage, ob dies eventuelle auch mit meinem Unterricht (Methode, Einführung und auch Inhalt) zu tun haben kann.

Sollte ich einmal keine Deutungs-Ideen haben, so habe ich gute Erfahrungen mit einer direkten Rückfrage an die Gruppe (siehe Blog-Artikel „Feedback zu erfragen klärt“) gemacht.

Herzlichen Dank an das Institut für Musikmedizin für die Anregungen

Durch die Teilnahme an der wissenschaftlichen Studie mit einem sehr umfangreichen Fragebogen, Untersuchungen, Messungen der stimmlichen Belastung und anschließende Beratung wurde ich nochmals angeregt, über meinen Stimm-Einsatz zu reflektieren.

Dafür bin ich dankbar und empfehle das Institut gerne weiter.

Leider ist das hilfreiche Merkblatt des fim Stimmt die Stimme. Stimmt die Stimmung. bisher nicht online verfügbar.

Weiterführende Links

erstellt am 16.04.2015; zuletzt bearbeitet am 14.11.2025       Drucke diesen Beitrag Drucke diesen Beitrag

noch schnell … im Advent … (gut leben – 5)

Meine Entscheidung für diesen Advent.

Handschriftlicher Abschied von der Eile im Advent

und wie ich darauf gekommen bin …

Schon wieder Herbst!

Der lange und schöne Spätsommer endet. – Die Zeit scheint zu fliegen.

Eine Chance zur Prüfung

In dieser Jahreszeit nehme ich mir regelmäßig vor, mich neu zu sortieren, Überflüssiges auszusondern, Gewohnheiten zu überprüfen und den Start in den Advent als Chance für neues Üben zu begreifen.

Wie oft spreche ich das Wort „schnell“?

Zur Zeit achte ich auf das Wort „schnell“: Ich habe es mir – wie viele andere – angewöhnt und nutze es häufig. Seit ich darauf achte, verrät das kleine Wörtchen mir die vielfältigen Einladung zu einer antrainierten Eile in meinem Leben.

Anregungen aus Yaloms Anleitung zum Glücklichsein.

Dieses Jahr bin ich von der Dokumentation über Irvin D. Yalom und seine Frau Marylin angeregt, auf ein zufriedenstellendes Leben zu achten: Was würde ich im Rückblick bereuen?

Dann möchte ich es lieber anderes versuchen: Lieber unter­breche ich den Zeitdrang und die gewohnte Schnelligkeit und konzentriere mich auf Wesentliches.

Weiterführende Links

erstellt und zuletzt bearbeitet am 29. November 2014       Drucke diesen Beitrag Drucke diesen Beitrag

Unterbrechung – eine Chance zum Neuanfang

Viele haben im Sommer Urlaub.

Tatsächlich habe ich mehr von dieser freien Zeit, wenn ich auch den gewohnten Ort und damit die gewöhnliche Umgebung und die Routinen – zumindest zeitweise – verlasse:

Blick vom Ufer auf die schilfige Voruferseefläche; im Hintergrund zwei Personen auf einer Holzinsel und Segelbote

Dann kommt es zu Unterbrechungen

  • Ich sehe aus einem anderen Blickwinkel.
  • Ich beobachte manches anders und neu.
  • Manchmal verändert sich auch meine Bewertung.
  • Regelmäßig versuche ich Ungewohntes (manchmal unterlasse ich etwas, manchmal tue ich etwas bewusst zusätzlich).

Nutzen wir die Chance bei der Rückkehr

Anschließend kehren wir in die Alltagswelt zurück und haben die Chance, manches anders zu sehen, zu üben und zu leben.

Dazu wünsche ich gutes Gelingen.

Weiterführende Links

erstellt am 21.08.2014; zuletzt bearbeitet am 17.11.2025       Drucke diesen Beitrag Drucke diesen Beitrag

Sprechen Sie grundsätzlich bei Abschieden!

Zusammenfassung

Immer bei Personalwechsel – und besonders bei Abschieden entstehen Möglichkeiten, grundsätzlich zu sprechen.
Nach meiner Erfahrung tut das den Wechselnden und den Zurückbleiben gut.

Manchmal werden Abiturreden grundsätzlich und visionär.

Die einen sind launisch, die meisten sind eher kurz und manche sind es wert, in Zeitungen abgedruckt und gelesen zu werden.

So auch die Rede nach dem Abitur von Felix Hoffmann „Lasst uns gemeinsam die Welt gerecht formen!“ (veröffentlicht am Do, 03. Juli 2014 auf badische-zeitung.de).
Ich verstehe Felix Hoffmann so, dass er sich gegen die gleichmachende Tendenz und die erfahrene Demotivation auspricht und letztendlich die Vision von einer Weltgestaltung – entgegen den ausgedrückten Worten – doch nicht ganz aufgegeben hat. Darum fordert er am Schluss seiner Rede ja auch das Engagement seines Jahrgangs und der Zuhörenden ein.

Spannend sind auch die Kommentare zum Redetext.

Solange es Persönlichkeiten gibt, die über die eigene Lebensoptimierung hinaus auf die Herausforderungen für das Ganze schauen, wird mir nicht dauerhaft bange. – Dafür hat Herr Hoffmann meine Anerkennung.

Und dass diese Rede in Freiburg diskutiert wird, ist meiner Meinung nach eine Qualitätsaussage. – Sicher kann man unterschiedlicher Meinung sein – gut, wenn darüber Gespräche geführt werden!

Auch bei anderem Personalwechsel entstehen Gelegenheiten.

Jemand verlässt ihren Arbeitsplatz, ein anderer wechselt die Abteilung und wieder jemand anderes geht in Rente oder Pension.

Immer bei solchen Gelegenheiten entstehen Gelegenheiten für grundsätzliche Aussagen und orientierende Reden.

Besonders bedeutsam finde ich diese Gelegenheiten beim Abschied aus der beruflichen Arbeit:

  • Eine erfahrende Person spricht und kann den Zurückbleibenden Anteil an den eigenen Nachdenklichkeiten geben.
  • Ideal ist, wenn auch im Berufsalltag Ehrlichkeit möglich und erwünscht ist; jetzt kann man diese tatsächlich üben und wagen.
  • Besonders von Führungspersönlichkeiten kann man reflektierte Abschiedsreden erwarten.

Weiterführende Links

erstellt am 3.07.2014;
zuletzt inhaltlich bearbeitet am 17.07.2014       Drucke diesen Beitrag Drucke diesen Beitrag