Unterricht nach erschütternden Gewalttaten

Zusammenfassung

Manche Themen sind existentiell und drängen sich für den Unterricht auf:
z. B. Terror, Gewalt und wie wir damit umgehen können: Lohnende Herausforderungen.

Manche Themen sind aktuell und dringend.

Kaum jemand kann sich der Diskussion nach großen, terroristischen Verbrechen entziehen. So auch nach den blutigen Verbrechen von Paris am Abend des 13. November 2015.

Regelmäßig können solche Themen im Unterricht – auch im Religionsunterricht – angesprochen werden.

Meine Skizze für einen Unterricht

  1. Gefühls- und Interessenlagen austauschen
  2. Sichern, welche Informationen schon verfügbar sind
  3. Unklarheiten und Lücken füllen und dabei offene Fragen festhalten
  4. Entscheidung, in welcher Richtung die Interessenlage der Gruppe geht, und in welchen Schritten der Unterricht geplant ist.
  5. Kritisches und nachdenkliches Unterrichtsgespräch
  6. dazwischen eventuelle Recherche-Phasen
  7. eventuell ein selbst sorgfältig ausgwählter Impuls
  8. Zusammenfassung und Ergebnissicherung

wenige Hinweise

zu 2.: Viele Schülerinnen und Schüler wissen Teile der Nachrichtenlage, andere kennen nur Überschriften, manche sind schon sehr umfassend informiert.
Hier versuche ich, herauszufinden, was die Gruppen schon wissen, und Langeweile durch Wiederholungen zu vermeiden.

zu 5.: Mein Ziel ist es, die vielen selbstverständlichen Schnell-Schlüsse, Bestätigungen vor Vorurteilen oder auch vorgefasster Verschwörungstheorien zu erschüttern, in dem ich regelmäßig nachfrage, woher jemand etwas weiß und wie diese Informationen oder Einschätzungen bewertet werden können. Das ist Arbeit, lohnt sich aber.

zu 7.: Bin immer wieder erstaunt, wie schnell Journalisten und andere – je nach Bedarf – zu „Experten für …“ werden.
Immer achte ich auch auf den Aspekt der Selbstvermarktung. Auch dies kann man im Unterricht reflektieren.

zu 8.: Eine Herausforderung. Sinnvoll, um zu bündeln und – vielleicht – auch, um weitere offene Fragen und Klärungsbedarf festzuhalten.

Meine Erfahrungen

Manche Gruppen winken schnell ab:
  • Das Thema geht ihnen zu nahe.
  • Sie haben schon zwei Unterrichtsstunden dazu gearbeitet und wollen dringend einen Themenwechsel.
Viele Gruppen sind dankbar:
  • Endlich darf der innere Druck ausgesprochen werden.
  • Ein emotional aufgeladenes Thema wird zum Unterrichtsgegenstand.
  • Wenn es gelingt, die Atmosphäre einer gemeinsamen Suchbewegung zu gestalten, kann eine entdeckende Haltung und ein respektvoller Umgang mit unterschiedlichen Bewertungsideen entstehen. Die endgültige Entscheidung bleibt bei den Schülerinnen und Schülern. Dass man sie so ernst nimmt, schätzen sie.
  • Die Begrenzung auf eine Doppelstunde wird von vielen als erträgliches Maß und als Chance, sich auch wieder zu distanzieren, wohlwollend angenommen.
Die Recherche-Kompetenz der Schüler/innen ist oft ausbaufähig!

Sätze wie „Hab ich im Internet gelesen.“ und „Habe ich im Fernsehen gesehen.“ und auch die Ergebnisse nach 10 bis 15 Minuten Recherche-Phase zeigen mir, dass wir Lehrkräfte hier noch einiges zu tun haben: Recherche-Routinen müssen beigebracht und eingeübt werden. Tun wir es!

Welche Erfahrungen haben Sie?

Ganz sicher bin ich nicht der einzige, der sich über Unterrichtsformen in solchen Situationen Gedanken macht.

Bitte teilen Sie Ihre Erfahrungen mit mir und meinen Leser/innen – über einen Kommentar oder einen Verweis auf diesen Text im eigenen Lehrer/innen-Blog. Danke.

Einige, weiterführende Links

erstellt am 19.11.2015; zuletzt bearbeitet am 4.04.2019       Drucke diesen Beitrag Drucke diesen Beitrag

Überblick und Handlungsfähigkeit sichern (Profession Lehrkraft – 20)

Zusammenfassung

Auch routinierte Lehrerinnen und Lehrer kommen, weil der Beruf die Einladungen mit sich bringt, in verwickelte Situationen und profitieren von der Möglichkeit der begleiteten Distanzierung und Reflexion, zum Beispiel in Gruppensupervisionen für Lehrkräfte.

Der Beruf der Lehrerin / des Lehrers ist vielfältig, ja komplex.

Eine von vielen Möglichkeiten der Darstellung sehen Sie hier:

Wortwolke zum Arbeitsfeld der Lehrkraft

Es ist nämlich nicht nur der Unterricht sondern die vielen kleinen, aber wichtigen Neben-Aspekte drum herum, die den Alltag der Lehrerin/des Lehrers prägen.

Für mich formuliere ich dies so: Ich mag meinen vielfältigen Beruf und in manchen Phasen wird es mir zu viel, zu verwickelt oder zu heftig … und ich suche mir Klärungshilfe.

Weil unterrichten von Beziehungen grundiert ist, gibt es auch viele Verwicklungsmöglichkeiten.

Nach meiner Sicht auf soziale Berufe (und damit auch die Lehrerinnen und Lehrer) folgt die Komplexität aus dem Umstand, dass wir mit und für Menschen arbeiten. Damit kommen die vielen Individualitäten und folglich Einladungen zu Missverständnissen, Übertragungen oder Verwicklungen ins Spiel.

Zugleich sind wir Lehrkräfte in unserem Schulsystem in einer mächtigen Schlüsselrolle.

Wenn Lehrkräfte damit in ihrem Alltag gut zurechtkommen möchten, benötigen sie ein ausgeprägtes Maß an Kommunikationsfähigkeit, Bereitschaft zur Selbst-Reflexion, Kritik- und Lernbereitschaft.

Oft genügen kollegiale Netzwerke und persönliche Psychohygiene.

Die meisten Lehrkräfte können die allermeisten Situationen im Rahmen ihres Umfeldes und der eigenen Verfahren der Selbstfürsorge (z.B. eigene Psychohygiene-Routinen oder auch Verfahren der kollegialen Beratung) gut bewältigen.

Manchmal ist eine Gruppen-Supervision zur Unterstützung hilfreich.

Auch Routiniers und Könner suchen sich gelegentlich eine systematische Selbst-Reflexion und professionelle Unterstützung.
Zum Beispiel:

  • Eigenen Konstruktionen von Sichtweisen, Ziel- und Qualitätsvorstellungen werden wieder bewusst gemacht, so dass der unbewusste „Auto-Pilot“ weniger Macht hat.
  • Die eigene Ziele und Verfahren können abgeglichen werden.
  • Belastende Situationen werden untersucht und alterbative, entlastende Verhaltensweisen können entwickelt werden.
  • Die Lust am Beruf kann durch die kollegiale Unterstützung wieder mehr erfahren und genossen werden.

Oder aber die Herausforderungen werden als Belastungen erlebt und die Situationen also so unangenehm empfunden, dass ein gründlicherer Blick und eine nachhaltige Suche nach anderen Vorgehensweisen und Haltungen sinnvoll erscheinen.

Coaching-Elemente erweitern

Gelegentlich werden in der Supervision Themen angeschlagen, für die es tatsächlich auch schon ausgearbeitet Lösungsansätze und -verfahren gibt.
Beispielsweise können im Themenkomplex „Selbstwirksamkeit und Selbstorganisation“ direkte und handlungsnahe Sequenzen mit direkt übertragbaren Handlungsempfehlungen bei Bedarf/Nachfrage angeboten werden.

Mein Angebot: Eine kollegiale Gruppen-Supervision mit Coaching-Elementen

Zum Angebot einer Gruppensupervisionsgruppe für Lehrerinnen und Lehrer (klicken!)

Sie können hier auch Kontakt (sehr gerne per E-Mail) mit mir aufnehmen oder/und sich einen Platz reservieren.

Weiterführende Links

zuletzt bearbeitet am 12.11.2015       Drucke diesen Beitrag Drucke diesen Beitrag

Dieses Jahr fiel der Erntedank-Sonntag direkt vor den Welt-Lehrertag.

Ein Glas Milch und eine Schale Jogourt zwischen Obst und Gemüse

Was hat das eine mit dem anderen zu tun?
– Gibt es eine Verknüpfung oder Verbindung?

Für mich schon.

Ich bin für meinen Lehrer-Beruf dankbar.

Ich bin dankbar, einen sinnvollen und schönen Beruf ausüben zu können: Mit Heranwachsenden an deren Bildung und Ausbildung mitzuwirken, macht mir Freude und ich genieße, eine so offensichtlich sinnvolle Erwerbsarbeit ausüben zu können.

Ich schätze die Möglichkeit, mit jungen Menschen an deren Themen (und auch Problemen) arbeiten zu können und so auch persönlich herausgefordert zu werden.

Schließlich bin ich dankbar für die Gestaltungsspielräume, die ich als Lehrkraft habe.

So wünsche ich den Kolleginnen und Kollegen Lehrkräften:
Freude am Unterrichten

Weiterführende Links

erstellt am 5.10.2015; zuletzt bearbeitet am 9.10.2015       Drucke diesen Beitrag Drucke diesen Beitrag

Nehmt den Sommer hin und genießt

Es wird gerade viel geklagt und dadurch die Hitze in den Räumen zusätzlich erhöht.
Manche Menschen sind besonders gereizt oder angestrengt.

Andere können noch beobachten und ihre Gedanken twittern (wie Kollege Dejan Mihajlovic:

Vor Sommerferien und Weihnacht sind alle gernervt.

Warscheinlich wird von einigen auch die unweigerlich kommende Abkühlung nach dem Gewitter-Regen dann als zu heftig und unangenehm beklagt werden.

Ich empfehle stattdessen:

  • sich in das unweigerliche – hier: Wetter – zu fügen und das zu entscheiden, was wir entscheiden können – beispielsweise:
  • sich entsprechend langsam zu bewegen
  • und sorgsam mit dem eigenen Körper zu verhalten
    (zum Beispiel regelmäßig trinken und auszuruhen)
  • immer wieder kühle Orte aufzusuchen
  • zu genießen, was daran zu genießen ist
  • und darauf zu warten, bis sich das Wetter wieder ändert.
    Das wird es nämlich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit.

An einem besonders schwülen Sommerabend von einem kühlen Arbeitszimmer im Untergeschoss aus.

erstellt am 17. Juli 2015        Drucke diesen Beitrag Drucke diesen Beitrag

Lehrer-Lehrer-Feedback (Profession Lehrkraft – 19)

Zusammenfassung

Spätestens in Schulentwicklungsprozessen werden Lehrkräfte zu kollegialer Unterrichtsbeobachtung und Feedbacks herausgefordert.

Nur weniger Lehrerinnen und Lehrer wollen sich in die Karten schauen lassen.

Zwar komme ich selbst ursprünglich aus einer team-orientierten Arbeitskultur, doch schon nach wenigen Monaten im schulischen Arbeitsfeld wurde mir eine neue Scheu bewusst: Ich vermied zunehmend, noch nicht fertig entwickelte Unterrichtsentwürfe und Materialien dem Blick der Kolleginnen und Kollegen auszusetzen.

Erst ein bewusster Entscheid gegen diesen Sog der Vermeidung, konnte dies ändern.

Tatsächlich können wir durch Feedback viel gewinnen.

Auch selbstbewusste Lehrkräfte – und gerade solche – wissen, dass sie Fehler machen oder noch nicht die beste aller Wege gefunden haben.

Wenn wir Lehrkräfte es also wagen, unsere vorläufigen Skizzen und Entwürfe dem fachkundigen Blick der anderen Fachkundigen auszusetzen, so können wir gewinnen:

  • neue inhaltliche Ideen
  • fachliches Korrektiv
  • methodische Vielfalt
  • vielfältige Zugänge

Empfehlenswertes, hilfreiches Raster

Das Basismodell zur Unterrichtsbeobachtung hat sich in meiner Praxis der Selbstreflexion und des kollegialen Feedbacks bewährt:

Achtung: Mit einer methodischen Intervention verändert man auch das System

Nach meinem Eindruck ist es vielen, die voller guter Absichten eine methodische Idee vorschlagen – in diesem Falle das Feedback zwischen Kolleg/innen – nicht bewusst, dass sich dadurch langfriste Folgen ergeben können.

Recht bald werden weitergehende Fragen aufgeworfen.
Einige stelle ich beispielhaft dar:

  • Welches Selbstbild haben die beteiligten Lehrpersonen?
  • Welche Lern- oder Entwicklungskultur gibt es in der Organisation (hier: Schule)?
  • Wie steht die Leitung zu solchen Prozessen, die Entwicklungen befördern können/sollen?
  • Welche Leitvorstellungen hat die Schule?

Herzlichen Dank an Kolleginnen und Kollegen für Anregungen

Danke an die

Herausgeber:
Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg
Gabriele Tepaß (verantwortlich),
Referat Lehrerausbildung und Lehrerfortbildung, Personalentwicklung
Sandra Winterhalter,
Referat Grundsatzfragen und Qualitätsmanagement beruflicher Schulen

Autorenteam:
Manuela Droll, Staatliches Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (BS) Weingarten,
Roland Knoblauch, Fachberater Schulentwicklung beim Regierungspräsidium Tübingen,
Alexander Moser, Staatliches Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (BS) Freiburg,
Claudia Rugart, Staatliches Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (BS) Karlsruhe,
Hans-Joachim Tomerl, Staatliches Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (BS) Stuttgart

Weiterführende Links

entwickelt im Frühjahr 2015
zuletzt leicht bearbeitet am 24.09.2022       Drucke diesen Beitrag Drucke diesen Beitrag

Stimme bewusst einsetzen (Profession Lehrkraft – 18)

Zusammenfassung

Zum Welttag der Stimme

Für einen guten Unterricht sind Lehrpersonen auf eine gesunde und leistungsfähige Stimme angewiesen. – Bewusster Einsatz und Stimm-Hygiene sind darum wichtige Bestandteile professioneller Selbstfürsorge für Lehrende.

Lehrkräfte sind auf ihre leistungsfähige Stimme angewiesen.

Die meisten Lehrerinnen und Lehrer sagen, dass sie ohne ihre Stimme nicht unterrichten können:

  • moderieren, Zusammenhänge und Aufgaben darstellen
  • zur Aufmerksamkeit auffordern und disziplinieren
  • rückmelden, unterstützen und ermutigen
Wlet-Stimm-Tag-Logo oder WVD-Logo

Ich habe auch – im seltenen Ausnahmefall – schon „stimmlos“ unterrichtet und die gesamte Kommunikation mit der Klasse schriftlich über die Projektion stattfinden lassen. Das ist tatsächlich nur im äußersten Ausnahmefall zu empfehlen.

Der Welttag der Stimme – international: WVD – ist Anlass, über einen bewussten und pfleglichen Umgang mit der eigenen Stimme im Unterricht zu bloggen.

Steuern Sie die Belastung Ihrer Stimme.

Besonders belastend für die Stimme einer Lehrkraft sind

  • laute (große, methodisch ungeübte oder undisziplinierte) Klassen
  • lange Lehrervorträge in unruhiger Umgebung
  • dauernder Frontal-Unterricht, d.h. alles Unterrichtsgeschehen läuft über die Kommunikation mit dem Lehrer

Schon bei der Planung von Unterrichtstagen kann man darauf achten, eine Häufung solcher Situationen an einem Tag oder in einer Woche zu vermeiden: So kann z.B. Wissensinput auch über Medien (Lehrfilme, Informationsblätter oder Recherche-Aufgaben an die Schüler/innen) organisiert werden. Oder eine Aneignungsphase darf auch einmal als Gruppenarbeit mit anschließender Fragerunde zu den wenigen verbliebenen Unklarheiten geplant werden.

Schonung und Pflege der Stimme sind sinnvoll.

Viele Lehrkräfte schätzen ihre stimmliche Belastung als sehr hoch oder gar zu hoch ein (siehe auch Stimmt die Stimme, stimmt die Stimmung. In: PÄDAGOGIK 6’13 ).
Wenn die Stimme sich angestrengt anfühlt, brüchig oder gar heißer wird, soll dringend gehandelt werden.
Ich empfehle dringend, kompetenten Rat einzuholen:

  • Musikmediziner/innen
  • HNO-Fachärzt/innen
  • Stimm- und Atem-Therapeut/innen

Singen wird von den Kundigen immer wieder empfohlen: Singen macht Freude und pflegt Ihre Stimme, wenn sie eine sinnvolle Technik haben.

Zur Schonung der Stimme können auch Aufwärm- oder Ausgleich-Übungen gehören.

Ein bewusster Einsatz der Stimme senkt die Belastung Ihrer Stimme langfristig:

Setzen Sie Ihre Stimme ganz bewusst und behutsam ein.

Es gibt einen unguten Schwingkreis zwischen lauter Umgebung und lauter werdender Stimme der Lehrerinnen und Lehrer. Dieser teuflische Wettbewerb wird mit hoher Wahrscheinlichkeit zu stimmlichen Problemen führen. Vielleicht nicht in den ersten Berufsjahren, langfristig aber dann doch.

Ich experimentiere mit Muster-Unterbrechungen, z.B.:

  • absichtlich immer leiser sprechen, wenn die Gruppe lauter wird
  • oder auch abwarten, bis die Gruppe aufnahmebereit ist und erklärtermaßen nicht gegen den Lärm der anderen Redenden ansprechen.

Lärmende Gruppen können auch als kritisches Feedback an den Unterricht gedeutet werden.

Wenn die Kurse oder Klassen dauernd laut sind, stelle ich mir als Lehrkraft die Frage, ob dies eventuelle auch mit meinem Unterricht (Methode, Einführung und auch Inhalt) zu tun haben kann.

Sollte ich einmal keine Deutungs-Ideen haben, so habe ich gute Erfahrungen mit einer direkten Rückfrage an die Gruppe (siehe Blog-Artikel „Feedback zu erfragen klärt“) gemacht.

Herzlichen Dank an das Institut für Musikmedizin für die Anregungen

Durch die Teilnahme an der wissenschaftlichen Studie mit einem sehr umfangreichen Fragebogen, Untersuchungen, Messungen der stimmlichen Belastung und anschließende Beratung wurde ich nochmals angeregt, über meinen Stimm-Einsatz zu reflektieren.

Dafür bin ich dankbar und empfehle das Institut gerne weiter.

Leider ist das hilfreiche Merkblatt des fim Stimmt die Stimme. Stimmt die Stimmung. bisher nicht online verfügbar.

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erstellt am 16.04.2015; zuletzt bearbeitet am 14.11.2025       Drucke diesen Beitrag Drucke diesen Beitrag

Reflexion potenziert Qualität

Zusammenfassung

Statt das Misslingen voraussehbar immer wieder zu wiederholen, suche ich nach Auswegen.
Regelmäßige Kurz-Reflexionen können Entwicklungen in eine günstige Richtung befördern und die Qualität merklich steigern.

Beispiele stabilen Misslingens

Fast jeder kann Beispiele für Misslingen, das sich fortdauernd wiederholt, aufzählen.
Zum Beispiel:

  • Elternabende in der Schule, bei denen die Lehrer/innen und Eltern sich wieder nicht aus ihrer Gegensätzlichkeit der Rollen-Zuschreibungen herausbewegen lassen und kein Verständnis füreinander gefunden wird.
  • Konferenzen, die nerven und keine brauchbaren Ergebnisse erbringen. Stattdessen binden – die neudeutsch Meeting genannten – Treffen Arbeitszeit, welche die Mehrheit der Teilnehmenden viel lieber für ihre liegengebliebenen Arbeiten aus dem Kerngeschäft verwenden würden.
  • Regelmäßig wiederkehrende Probleme bei Projekten
  • Mitgliederversammlungen bei Vereinen

Erfahrungen aus persönlichem Lernen

Gemäß der Lebensweisheit

Alle Menschen machen Fehler.
Kluge lernen daraus.

haben viele das Interesse, aus Fehlern oder ungünstigen Erfahrungen Konsequenzen zu ziehen.
Das heißt, die Zusammenhänge werden analysiert und aus der Reflexion erwächst die Suchbewegung nach günstigen, besser geeigneten Vorgehensweisen und Verhaltensweisen.

Transfer auf Herausforderungen in Organisationen

Nach jeder Arbeitseinheit (oder Aktion oder jedem Projekt) gibt es eine „Manöverkritik“ – oder weniger militärisch formuliert – wird kurz reflektiert.
Dafür hat sich folgendes Muster bewährt:

  1. Was waren die Ziele?
  2. Wie weit wurden diese Ziele auf einer Skala von 0 (gar nicht) bis 10 (vollständig) erreicht?
  3. Wie kann dieser Schätzwert beim nächsten Mal um einen Zähler verbessert werden?
  4. Was war hilfreich und/oder angenehm?
  5. Was soll dringend verändert/verbessert werden?
  6. Wie?
  7. Wer kümmert sich bis wann um einen ersten Vorschlag?
  8. Was ich sonst noch mitteilen möchte …

Erfahrungsgemäß erfordert diese Kurzreflexion zwischen 5 und 15 Minuten Zeit – je nach Klarheit und Routine der Beteiligten.

Regelmäßige Reflexion kann zur ständigen Verbesserung führen.

Nach meiner festen Überzeugung befördert die regelmäßige Reflexion die Aufmerksamkeit für Gelingensfaktoren und langfristig die Qualität von Prozessen.
Allerdings reicht die Reflexions-Routine alleine dafür nicht aus.
Wie so oft ist auch eine passende Haltung der Lern- und Veränderungs-Bereitschaft notwendig.
Leider kommt es im Rahmen von – oft verordneten – Qualitätsüberprüfungen zu Als-Ob-Evaluationen, die dann einfach ohne Auswertung und Wirkung in die Akten versenkt werden.
Schade um die Mühe!

Einem langjährigen, inspirierenden Ideen-Finder und Freund gewidmet

Gunnar Thörmer veranstaltet am 21. Februar ein Barcamp und mein Beitrag werden diese Gedanken sein.

Weiterführende Links

erstellt am 21.02.2015; zuletzt bearbeitet am 17.11.2025       Drucke diesen Beitrag Drucke diesen Beitrag