Der lange und schöne Spätsommer endet. – Die Zeit scheint zu fliegen.
Eine Chance zur Prüfung
In dieser Jahreszeit nehme ich mir regelmäßig vor, mich neu zu sortieren, Überflüssiges auszusondern, Gewohnheiten zu überprüfen und den Start in den Advent als Chance für neues Üben zu begreifen.
Wie oft spreche ich das Wort „schnell“?
Zur Zeit achte ich auf das Wort „schnell“: Ich habe es mir – wie viele andere – angewöhnt und nutze es häufig. Seit ich darauf achte, verrät das kleine Wörtchen mir die vielfältigen Einladung zu einer antrainierten Eile in meinem Leben.
Anregungen aus Yaloms Anleitung zum Glücklichsein.
Dieses Jahr bin ich von der Dokumentation über Irvin D. Yalom und seine Frau Marylin angeregt, auf ein zufriedenstellendes Leben zu achten: Was würde ich im Rückblick bereuen?
Dann möchte ich es lieber anderes versuchen: Lieber unterbreche ich den Zeitdrang und die gewohnte Schnelligkeit und konzentriere mich auf Wesentliches.
Neulich wurde ich gebeten, zum Thema „Änderung der Konferenzstruktur in Schulen“ zu schreiben.
Mir scheint das Thema deutlich komplexer, als man auf den ersten Blick vermuten könnte.
Viele Änderungs-Impulse scheitern
Am Beispiel der Verbesserung der Konferenz-Vorbereitung und Durchführung gibt es viele klugen Vorschläge. Auch ich habe dazu schon beigetragen:
Mein Vorschlag war, schon bei der Sammlung der möglichen Tagesordnungspunkte die Teilnehmenden einzubeziehen und nach Ziel, passender Methode, Zeitbedarf und Moderation zu fragen.
Dieser Veränderungsversuche von Konferenzkultur wurden auch erprobt und hatten – nach meiner Einschätzung – auch eine Zeit lang funktioniert.
Langfristig rekonstruieren sich die Zustände vor den Veränderungsimpulsen aber wieder und es bleibt Vieles, wie es schon vorher lange war.
Dazu vertrete ich inzwischen die These:
Konferenzen sind ein Ausdruck der Organisationskultur (in meinem Beispiel: der Schule) und können nachhaltig nicht als losgelöste Elemente geändert werden. – Wohlmeinende Versuche werden oft darin münden, dass die alte und lange eingeübte Struktur sich wieder herstellt. (Viele sind erstaunt, manche enttäuscht.)
Erklärungsversuche
Wer sich länger mit der Dynamik von Systemen, den Gesetzmäßigkeiten von Organisationen (hier am Beispiel des Systems Schule) beschäftigt hat, der wird nicht überrascht werden:
In Konferenzen wird eine wesentlicher Ort der Kommunikation in der Organisation (der Schule) sichtbar und greifbar.
Damit kommen mindestens diese weiteren Themen mit ins Spiel
Selbstbilder der Kollegen
Leitungsvorstellung
Konflikt-Kultur
veröffentliche Werte und Verfahren (Leitbild) besonders der Thema „Gestaltung von Veränderungen“
und – ganz wesentlich – die Identitätsfrage: Wer sind wir und wollen wir sein?
Auch Systeme können zu Entwicklungen angeregt werden!
Die Anzahl gescheiterter Änderungsversuche in meinem Wahrnehmungsbereich ist groß. Dies heißt nur, dass es nicht so einfach ist, eine Organsiation zu Veränderungen anzustoßen, wie dies vielleicht auf den ersten, naiven Blick angenommern werden könnte. Sehr oft werden die Beharrungskräfte von Organisationen deutlich unterschätzt.
Bedingungen für den Erfolg solcher Anregungen sind die eingehende Beschäftigung mit
dem Veränderungswillen und was dieser für die Organisation bedeutet
der Kultur der Organisation (besonders im Umgang mit Irritationen)
den Systembedingungen (Wie definiert sich das System? Nach welchen „Spielregeln“ lebt das System?)
Schließlich kann dann bewusst, mit Nachdruck und einem langen Atem interveniert und aufmerksam registriert werden, wer und was sich bewegt und wie die Organisation sich verändert.
Wer Systeme zu Entwicklungen anregen möchte, benötigt ein hilfreiche Theorie.
Wer Systeme mechanisch versteht, missversteht sie gründlich. Einladungen zu diesen Missverständnisse aus unserem Alltgasbewusstsein sind reichlich. Systeme sind aber wesentlich komplexer, als wir normalerweise wahrnehmen!
Was Lisa Roth hier schreibt finde ich allgemein für Organisationen anregend. Herr Willke behandelt ja auch ganz allgemein „Interventionstheorie“.
Ich las ihren und seinen Text mit großem Gewinn und auch mehrfach und empfehle beide gerne weiter.
Das Buch von Helmut Willke lohnt sich: Es ist anspruchsvoll und verständlich – eine wohltuende Mischung aus sorgfältiger Beobachtung und erhellender Theorie.
Weiterführende Links
Die Arbeit von Otto Scharmer und dem Presencing Institute kann einen Hinweis auf hilfreiches Leitungsverhalten geben.
Vor dem Unterrichtsbeginn wende ich die Vorfreude und Spannung in vorbereitende Arbeiten: Ziele, eigene Unterstützung und ein Unterstützungsangebot in Freiburg organisieren.
Den Reiz des Anfangs nutzen
Gegen Ende der Sommerferien der Schulen in Baden-Württemberg kribbelt es bei mir und ich empfinde Vorfreude und Spannung vor dem neu beginnenden Unterrichtsjahr.
Diese Energie werde ich für ein paar vorbereitende Arbeiten verwenden.
Ich setze mir ausgewählte Ziele
Aus dem Hintergrund der Auswertung des vergangenen Jahres habe ich mir einige Ziele für das neue gesetzt. Es sollen nicht mehr als drei sein. Sonst wird es zu anstrengend und frustriert.
Hier eine graphische Darstellung meiner Vorhaben:
In den nächsten Tagen werde ich drei Termine in meinen Kalender eintragen: Wann werde ich diese Vorhaben überprüfen und so eventuell noch etwas korrigieren können oder müssen?
Unterstützung durch eine Gruppe zur kollegialen Beratung
Wie die letzten Jahre werde ich mich wieder mehrmals (6-8 Male) im Schuljahr mit ausgesuchten Kolleg/innen zur gemeinsamen Reflexion und Bearbeitung von Fällen treffen.
Dabei können wir uns Erfolge anschauen und fragen, wie sie erreicht wurden und wie wir dafür sorgen wollen, dass sie mehrmals erreicht werden können.
Häufiger arbeiten wir an herausfordernden Situationen, an „schwierigen“ SchülerInnen, Inhalten, Rahmenbedingungen oder Leitungs- oder Politik-Entscheidungen und suchen nach günstigen Verhaltensweisen. Manches ist nicht zu ändern, oder zumindest nicht von den beteiligten Kolleginnen und Kollegen. Dann ist die Aufgabe, eine entsprechende, hinnehmende Haltung dazu zu finden. Anderes ist in unserem Einflussbereich. Dann suchen wir nach möglichst vielen Verhaltensweisen, so dass die beratene Person am Ende für sich auswählen kann, was sie versuchen möchte.
Professionelle Unterstützung in einer Supervisionsgruppe für Lehrkräfte Sollen Sie keine Fallbesprechungsgruppe zur kollegialen Beratung zur Verfügung haben oder Ihnen diese nicht ausreicht, kann ich Ihnen in diesem Schuljahr mit dem Neustart einer Gruppensupervision in Freiburg für Lehrkräfte ein Unterstützungsangebot machen.
Herzlichen Dank an Kolleginnen und Kollegen und meine Schülerinnen und Schüler für viele Anregungen
Ich mag meinen Beruf und schätze besonders die vielen Anregungen und Herausforderungen. Ich habe den Eindruck, ständig Neues lernen zu können. – Dafür danke ich meinen Schülerinnen und Schülern und Kolleginnen und Kollegen.
Weiterführende Links
Eine bloggende Kollegin, Korrekturfee zu Start ins neue Schuljahr und die schnellen Rückfälle in alte Muster und Gewohnheiten: Kaum wieder da und schon wieder mittendrin
Tatsächlich habe ich mehr von dieser freien Zeit, wenn ich auch den gewohnten Ort und damit die gewöhnliche Umgebung und die Routinen – zumindest zeitweise – verlasse:
Dann kommt es zu Unterbrechungen
Ich sehe aus einem anderen Blickwinkel.
Ich beobachte manches anders und neu.
Manchmal verändert sich auch meine Bewertung.
Regelmäßig versuche ich Ungewohntes (manchmal unterlasse ich etwas, manchmal tue ich etwas bewusst zusätzlich).
…
Nutzen wir die Chance bei der Rückkehr
Anschließend kehren wir in die Alltagswelt zurück und haben die Chance, manches anders zu sehen, zu üben und zu leben.
Immer bei Personalwechsel – und besonders bei Abschieden entstehen Möglichkeiten, grundsätzlich zu sprechen. Nach meiner Erfahrung tut das den Wechselnden und den Zurückbleiben gut.
Manchmal werden Abiturreden grundsätzlich und visionär.
Die einen sind launisch, die meisten sind eher kurz und manche sind es wert, in Zeitungen abgedruckt und gelesen zu werden.
So auch die Rede nach dem Abitur von Felix Hoffmann „Lasst uns gemeinsam die Welt gerecht formen!“ (veröffentlicht am Do, 03. Juli 2014 auf badische-zeitung.de). Ich verstehe Felix Hoffmann so, dass er sich gegen die gleichmachende Tendenz und die erfahrene Demotivation auspricht und letztendlich die Vision von einer Weltgestaltung – entgegen den ausgedrückten Worten – doch nicht ganz aufgegeben hat. Darum fordert er am Schluss seiner Rede ja auch das Engagement seines Jahrgangs und der Zuhörenden ein.
Spannend sind auch die Kommentare zum Redetext.
Solange es Persönlichkeiten gibt, die über die eigene Lebensoptimierung hinaus auf die Herausforderungen für das Ganze schauen, wird mir nicht dauerhaft bange. – Dafür hat Herr Hoffmann meine Anerkennung.
Und dass diese Rede in Freiburg diskutiert wird, ist meiner Meinung nach eine Qualitätsaussage. – Sicher kann man unterschiedlicher Meinung sein – gut, wenn darüber Gespräche geführt werden!
Auch bei anderem Personalwechsel entstehen Gelegenheiten.
Jemand verlässt ihren Arbeitsplatz, ein anderer wechselt die Abteilung und wieder jemand anderes geht in Rente oder Pension.
Immer bei solchen Gelegenheiten entstehen Gelegenheiten für grundsätzliche Aussagen und orientierende Reden.
Besonders bedeutsam finde ich diese Gelegenheiten beim Abschied aus der beruflichen Arbeit:
Eine erfahrende Person spricht und kann den Zurückbleibenden Anteil an den eigenen Nachdenklichkeiten geben.
Ideal ist, wenn auch im Berufsalltag Ehrlichkeit möglich und erwünscht ist; jetzt kann man diese tatsächlich üben und wagen.
Besonders von Führungspersönlichkeiten kann man reflektierte Abschiedsreden erwarten.
Wenn mir Konzentration gelingt, erlebe ich mein Leben als zufriedenstellend und sinnvoll: Ich kann wichtige Kontakte, Anliegen, Projekte und Ziele nachdrücklich verfolgen und „erfolgreich sein“.
Ein fortwährende Übung: Energie und Aufmerksamkeit fokussieren
Bisher habe ich das nur phasenweise geschafft. Aber es bleibt mein Ziel, diese Zeiträume auszudehnen. –
So übe ich weiter.
Unsere Kultur ist eher eine Ablenkungskultur
Gerade erst wurde ich durch Rolf Lotters Text zum Thema Aufmerksamkeit und Konzentration im neuen Heft von brand eins (4/2014; 65-72) angeregt.
Er beschreibt in seinem Text das Dilemma der modernen Kommunikationskultur:
wir sind eher zerstreut als konzentriert
unsere Kultur ist eher laut und geschäftig als leise und nachdenklich
viele empfinden sich eher im Schwall der Informationen ertrinkend als konzentriert nachdenklich und an Lösungen arbeitend
Konferenzen sind unbeliebt und werden vielfältig als unproduktiv wahrgenommen.
In vielen Konferenzen wird viel zu viel geredet und (zu) wenig nachgedacht.
Wir packen uns mit Daten zu, statt die Problemstellungen zu durchschauen und neue (oder auch alte) Wege zu Lösungen zu finden.
Ich bemerke, wie oft Lärm (in uns und um uns) das Nachdenken und die Konzentration stört.
Ich bin immer wieder erschüttert, wie laut es an vielen Orten ist, an denen nachgedacht und wesentlich Wissensarbeit geleistet werden soll, zum Beispiel in Firmen und nicht zuletzt in Schulen.
Dranbleiben ist wesentlich für Erfolg.
Klingt einfach, ist aber schwer
Dranbleiben wird nochmals schwerer in einer Welt, die als Leitkultur eher den unterhaltenden Lärm, das schnelle Informationsrauschen und die Anzahl der „Likes“ als die Tiefe der Gedanken und die Verantwortung für das eigene Handeln hat.
Und es geht doch!
Selbst bin ich der entschiedenen Meinung, dass herausragende Leistung nur mit Nachdrücklichkeit erreicht werden wird.
Ich werde es weiter üben und probieren!
Ich reserviere Zeiten für die konzentrierte Erledigung.
Selbst plane ich Klausur-Zeiten: Ich schieße mich (von innerer und äußerer Ablenkung) ab widme mich einem ausgewählten Fragen-Komplex in aller Ruhe und Konzentration. Mir tut es gut, auch einmal einen zehnseitigen Artikel zu lesen oder einen Gedanken zu einem vorläufigen Ende zu denken. Das gelingt nicht immer. Dann übe ich einfach weiter und schaffe im Laufe der Zeit wieder die Ruhe/Konzentration zu halten.
Modernes Leben und Arbeiten wird heute immer auch medial und mit mobilen Geräten bewältigt. – Ständig gibt es etwas Neues hinzu zu lernen.
Ich lasse mich herausfordern.
Solche Aktionstage sind mir immer auch ein wenig suspekt, scheinen sie mir doch anzuzeigen, dass da (noch) Mangel herrscht.
Manchmal wird er Handlungsbedarf dann im Schreiben darüber erschöpft.
Ich lernte heute komfortabler zu twittern
Heute hatte ich etwas Muse, mich um mein persönliches Twitter-Experiment zu kümmern: Schon länger bin ich mit meiner Handhabung des Miniblogs unzufrieden.
Ich wusste zwar, dass es hilfreiche Werkzeuge gibt, kannte sie aber noch nicht (gut): Es blieb Unzufriedenheit und immer wieder ärgerliche oder umständliche Aktionen in den Diskussionen. Tweetdeck hilft mir ab heute weiter. Den Tipp habe ich aus dem empfehlenswerten Lehrerblog von teacheridoo.
Zweitens habe ich bei dieser Gelegenheit gleich die schon lange anhängende Aufgabe, einen neuen Neewsfeed-Reader zu erproben, erledigt. Auch diesen Tipp (die Firefox-Ergänzung bamboo) habe ich bei teacheridoo gefunden (wie das halt so läuft, wenn man auf einem Blog weiterliest). Danke.
Haben wir eine Wahl?
Nicht zufällig wird an einem solchen Tag auch über die Zwänge der neuen Technologien und die Gefahren diskutiert.
Digitale Technologie hat auch eine Bedeutung im Unterricht.
Diese Aussage erscheint mir so platt, dass sie kaum noch Nachrichtenwert hat. Und sie wird vielfach wiederholt und diskutiert.
In vielen Kollegien allerdings oft ausschließlich in einer reflexhaften Abwehrhaltung (oft aus Angst vor Kontrollverlust:
Die Inhalte sind nicht mehr kontrollierbar.
Die Interaktionen sind nicht mehr kontrollierbar.
Die Jugendlichen schauen sich gefährlich/jugendgefährdende Inhalte an.
Sie werden sich mobben …
Nach wie vor bin ich für einen bewussten Einsatz moderner Kommunikationsmedien in der Schule und im Unterricht. – Für mich heißt dies auch, die Nutzung zu regulieren und auch zu begrenzen.
Andererseits kann ich mir nichts mehr anderes vorstellen, als moderne Kommunikationsmedien immer wieder in den Unterricht einzubeziehen und so den Unterricht an die Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen anzuschließen.
Bloggen hilft mir zu reflektieren. – Die Blogger-Szene von Lehrkräften ist lebhaft und anregend: Hier gibt es Hinweise auf Übersichten und eine Selbstreflexion.
Wieder einen Überblick finden: neue Listen
Die Blogger-Szene ändert sich schnell und ist unüberschaubar geworden. Also sind auch viele, sehr unterschiedliche Lehrerblogs öffentlich.
Manchmal versuchen Kolleginnen oder Kollegen einen Überblick zu gewinnen und – noch seltener – werden Aufrufe zu Vorstellungen und der Wahl zum „Blog des Jahres“ gestartet.
Den neuen Versuch von fontanefan unterstütze ich durch Tipps von Anfang an.
Meine eigenen Blog-Projekte
Selbst betreibe ich diese Hauptseite mit den Schwerpunkten
Insofern ist dieses Blog kein lupenreines Lehrerblog.
In einem zweiten, einem Unterrichtsblog zum Religionsunterricht experimentiere ich mit dem Blog-Format als Unterrichtsmedium. Begonnen habe ich mit Ergebnis-Sicherungen und kann mir eine Weiterentwicklung bei Gelegenheit (und verfügbarer Energie) durchaus vorstellen.
Welche Blogs nehme ich selbst wahr?
In meinen beiden Blogs liste ich jeweils aktuell beobachtete Lehrer-Blogs auf. – Tatsächlich beachtet ich diese Kolleg/innen saisonal und je nach Interesse an einem Thema.
Seit dem Spätjahr 2013 lasse ich mich außerdem durch Twitter auf neue Themen aufmerksam machen und habe ausgesuchte Tweets in meinen Hauptblog eingebunden.
Drei wahrscheinlich wenig bekannte, empfehlenswerte Blogs
webcompetent ein medien- und religionspädagogisches Blog mit vielen Anregungen, den ich sehr schätzen gelernt habe
http://fachschule.blogs.rpi-virtuell.net/ neos digitale Lernlandschaft für Ethik/Religion Die beiden Blogs von Marion Holzhüter. Sie veröffentlicht seit Beginn des Jahres 2014 aus ihrer reichen Erfahrung mit handlungsorientiertem Unterrichten mit evangelischen Lerngruppen in einer sozialpädagogischen, beruflichen Schule und aus der Ausbildung für Lehrkräfte. Ich profitiere immer wieder von dieser fleißigen Kollegin: Herzlichen Dank und herzliche Empfehlung.
Herzlichen Dank an fontanefan und die Kolleginnen und Kollegen für viele Anregungen
Nochmals herzlichen Dank an fontanefan für die Initiative und den Anstoß, zur Reflexion und erweiterten Wahrnehmung.
Und Danke an die vielen Kolleg/innen, die ihre Erfahrungen schriftlich reflektieren und anderen verfügbar machen.
Vermeintlich sicher schaue ich in die Welt – und sehe, was ich schon zu wissen meine, und – doch leider – nicht die Welt.
Schnelle Urteile müssen nicht zutreffend sein.
Immer häufiger stoßen mir schnelle Urteile unangenehm auf – bei mir selbst und bei anderen:
Der Disput mit dem Twitterer ging natürlich weiter. –
Schnell sind wir bei der Hand mit Bewertungen und konstruieren uns die Welt, wie sie uns gefällt. – Manchmal ist dieses Urteil dann Ausgangspunkt für problematische Entwicklungen und damit mehr hinderlich als förderlich: Das Urteil wird das Problem. – So urteile ich hier.
Tatsächlich kommen wir ja auch ohne Einschätzungen oder Vor-Urteile nicht durchs Leben.
Vermeintliche Gewissheiten halten vom forschenden Blick ab.
Wenn ich weiß, wie es ist, schaue ich nicht mehr genau nach und hin – ich weiß ja.
Und die Änderung der vermeintlichen Gewissheiten ist bei mir und anderen anstrengend: Denn warum soll ich oder andere etwas lernen, wenn wir doch schon wissen.
Mein aktueller Versuch: nachfragen
Zur Zeit experimentiere ich damit bei mir selbst und anderen nachzufragen. Beispielsweise:
Woher nehme ich diese Sicherheit?
Woher wissen Sie das so genau?
Gilt das wirklich so generell, wie ich es hier formuliere?
Kennen Sie eine gegenteilige Erfahrung?
Was könnte/würde/wolle ich tun, wenn ich diese Gewissheit nicht hätte?
…
Manchmal eröffnen sich neue Sichtweisen
Manchmal reagiere ich selbst genervt auf solche Nachfragen von anderen. Manchmal ernte ich bei meinem Gegenüber die Rückmeldung, dass die Nachfrage und Metareflexion anstrengend sei.
Manchmal ergeben sich aber auch überraschende und neue Aus- und Einblicke.
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Sicher ist, dass nichts sicher ist. Selbst das nicht.
Joachim Ringelnatz
Die Unwissenheit ist eine Situation, die den Menschen so hermetisch abschließt wie ein Gefängnis.
Simone de Beauvoir
Hinweise und Tipps gerne über Kommentare oder per Mail. Danke.
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